In Krefeld und Gladbach soll organisatorisch vieles besser werden.

Bühne
General-Intendant Michael Grosse wird nun auch Geschäftsführer der Theater-GmbH in Krefeld und Mönchengladbach.

General-Intendant Michael Grosse wird nun auch Geschäftsführer der Theater-GmbH in Krefeld und Mönchengladbach.

Andreas Bischof

General-Intendant Michael Grosse wird nun auch Geschäftsführer der Theater-GmbH in Krefeld und Mönchengladbach.

Krefeld. Nach 60 Jahren Ehe ist es höchste Zeit, etwas Neues auszuprobieren: Die Bühnen in Krefeld-Mönchengladbach, die schon Fusionstheater waren, bevor überhaupt der Begriff erfunden wurde, sind ab 1. Januar 2011 eine gemeinnützige GmbH. Die Räte in beiden Städten haben den Gesellschaftsvertrag nach einem Jahr zähen Ringens beschlossen.

Noch viel länger hatte die Intendanz um mehr Eigenständigkeit gekämpft. Da sensible Bereiche wie Besucherservice, Ticketverkauf und die Betreuung der Häuser jeweils in Händen der beiden Städte lagen, gab es Reibungsverluste. In einem Gutachten hatte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Actori die GmbH-Gründung daher aus organisatorischen und finanziellen Gründen empfohlen.

Den Löwenanteil am Etat der GmbH bezahlen weiter die Städte

Mit der nun beschlossenen Umwandlung ist das Theater nach Auffassung der Verantwortlichen gut aufgestellt. So hat es künftig mehr Freiheiten bei der Gestaltung und Bündelung von Abonnements. Ein Finanzkonzept bis 2015 existiert – und beweist, dass die proklamierte Eigenständigkeit relativ ist. Zum Etat der GmbH steuern die Städte weiterhin den Löwenanteil bei, insgesamt jährlich rund 25 Millionen Euro.

Skeptisch gegenüber der Umwandlung bleibt bis heute die Belegschaft. Die Mitarbeiter des Theaters fürchten um ihre Rechte und auf lange Sicht auch um die Jobs. Erst mit einem Brief, in dem die Oberbürgermeister garantieren, dass durch die GmbH „keine Rechtsnachteile“ entstehen, entspannte sich die Situation.

Zuvor hatten die Städte selbst zur Verunsicherung beigetragen. Statt die Umwandlung und ihre unbestrittenen Vorteile zu erläutern, rückten sie eine angebliche Forderung des Finanzamts Krefeld ins Zentrum der Diskussion: Sollte das Theater eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts bleiben, könne man ihm die Gemeinnützigkeit aberkennen. Es drohten angeblich Steuernachzahlungen in Millionenhöhe.

Nach Recherchen unserer Zeitung beim NRW-Finanzministerium wurde deutlich, dass diese Drohung offenbar jeder Grundlage entbehrte.

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