Menschen kommen auf den Fotos von Candida Höfer selten vor. Die Künstlerin, die Dienstag 70 wird, steht ungern im Mittelpunkt.

Candida Höfer studierte und lehrte in Düsseldorf.
Candida Höfer studierte und lehrte in Düsseldorf.

Candida Höfer studierte und lehrte in Düsseldorf.

dpa

Candida Höfer studierte und lehrte in Düsseldorf.

Düsseldorf. Candida Höfer steht höchst ungern im Rampenlicht. Wenn die Fotografin, die zu den bekanntesten Vertretern der für ihre Sachlichkeit berühmten Düsseldorfer Fotoschule zählt, über ihre Kunst spricht, sind die Sätze meist lakonisch wie die Titel ihrer Werke. Dienstag wird Höfer 70 Jahre alt, und es ist klar, dass die in Köln lebende Künstlerin davon möglichst wenig Aufhebens machen wird.

Schon früh wurde der Künstlerin klar, dass sie nicht in die Privatsphäre von Menschen eindringen wollte. Bekannt wurde die Tochter von Werner Höfer, Moderator des „Internationalen Frühschoppens“, für ihre Fotografien öffentlicher, zumeist menschenleerer Innenräume: Museen, Bibliotheken, Theater, Hochhäuser, Kirchen. „Mich interessiert zwar, dass es Räume sind, die von Menschen genutzt werden, aber das muss ich nicht dadurch zeigen, dass ich Menschen zeige“, sagte sie einmal.

Schon als Teenager wollte die 1944 in Eberswalde geborene Höfer Fotografin werden. Doch sie war schon 32, als sie 1976 an der Düsseldorfer Akademie in der neuen Fotoklasse von Bernd Becher landete. Zuvor hatte sie in einem Kölner Fotostudio volontiert, vier Jahre künstlerische Fotografie an der Kölner Werkschule studiert und ab 1970 bei Werner Bokelberg in Hamburg gearbeitet.

Mitte der 70er Jahre entstanden Bilderserien über Einwanderer

Es gab auch eine Zeit, in der Candida Höfer den Menschen zugewandt war. Das war Mitte der 70er Jahre, als sie die Schwarz-Weiß-Serie „Türken in Deutschland“ fotografierte. Diese Bilder wirken heute äußerst distanziert und vermitteln den Eindruck, als hätten sich weder die Abgelichteten noch die Fotografin wohl in ihrer Haut gefühlt.

Dabei gibt es durchaus eine ausgelassene Seite an Höfer. Das beweist ein 16-Millimeter-Film von 1975 aus der Zeit ihres Studiums. Im Düsseldorfer Eiscafé „Da Forno“ posiert sie minutenlang und übers ganze Gesicht lachend vor der Kamera, während sie sich ganze Ladungen Zucker in den Cappuccino kippt.

In Höfers jüngsten Arbeiten wird der Raum zu einem abstrakten und verwirrenden Illusionsspiel: Die spiralförmige Treppe des Stahlhofs in Düsseldorf erinnert an eine aufgeklebte Pappschnecke. Dann wieder scheint das Treppengeländer wie ein Strudel im Nichts zu verschwinden. Spätestens jetzt wird klar, dass Candida Höfer zurecht in einem Atemzug mit ihren Kollegen aus der Becher-Klasse Andreas Gursky, Thomas Struth und Thomas Ruff genannt wird.

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