Philip Seymour Hoffman im Januar 2014 beim Sundance Festival. Foto: George Frey
Philip Seymour Hoffman im Januar 2014 beim Sundance Festival. Foto: George Frey

Philip Seymour Hoffman im Januar 2014 beim Sundance Festival. Foto: George Frey

Philip Seymour Hoffman (l.) und Reese Witherspoon bei der Oscarverleihung 2006. Foto: Paul Buck

dpa, Bild 1 von 2

Philip Seymour Hoffman im Januar 2014 beim Sundance Festival. Foto: George Frey

New York (dpa) - Seine Spezialität waren gebrochene Charaktere, dabei war er selbst einer: Philip Seymour Hoffman war Oscar-Gewinner, Hollywoodstar, Theaterprofi und dreifacher Vater, er hatte aber auch eine Vergangenheit mit Alkohol und Rauschgift.

Am Sonntag wurde der 46-Jährige tot in einer New Yorker Wohnung gefunden. Viele Medien spekulierten über eine Überdosis Rauschgift. Es dürfte Wochen dauern, bis die Todesursache amtlich festgestellt ist.

Im linken Arm des Stars steckte eine Spritze, berichtete CNN unter Berufung auf die Polizei. Und die «New York Times» fand heraus, dass daneben Umschläge mit einem weißen Pulver lagen, «offenbar Heroin».

Über seine Vergangenheit mit Rauschgift und Alkohol hatte Hoffman kein Geheimnis gemacht. Aber er sei inzwischen sauber, hatte er beteuert. Nach Medienberichten war er allerdings im vergangenen Mai nach einem Rückfall erneut auf Entzug gegangen.

«Ich habe ihn noch letzte Woche gesehen, und er war clean und nüchtern, ganz der Alte», sagte sein Freund und Kollege, der Drehbuchautor David Bar Katz der «New York Times». «Ich dachte wirklich, dieses Kapitel sei vorbei». Jetzt war es Katz, der Hoffman in der Wohnung in New York fand.

Hoffman war klein, dicklich, für Hollywood-Verhältnisse gar nicht attraktiv - aber er konnte spielen: Er war ein Star, der sich seinen Ruhm hart erarbeitet, hart erspielt hatte. Der Oscar für «Capote» hatte ihn endgültig nach oben katapultiert. «Er konnte alles sein», hieß es im CNN-Nachruf.

Er war schon lange zuvor ein Star im Independent-Kino, der vor allem in Nebenrollen brillierte. Genial war er auch in dem Sektendrama «The Master» (2013). Er spielte einen Transsexuellen in «Makellos», einen umstrittenen Pfarrer in «Glaubensfrage», einen Snob in «Der talentierte Mr. Ripley» oder einen Stalker in «Happiness». Auch auf Blockbuster-Filme ließ sich Hoffman ein. In «Die Tribute von Panem - The Hunger Games» gab er als Spielleiter Plutarch Heavensbee den Ton an.

Kollegen rissen sich darum, an seiner Seite zu spielen. Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Hoffman ein neues Regie-Projekt übernehmen wollte. Die beiden Hollywoodstars Amy Adams und Jake Gyllenhaal sollten in dem Drama «Ezekiel Moss» die Hauptrollen spielen.

«Ich bin sprachlos. Es ist einfach schrecklich», sagte George Clooney, Hoffmans Co-Star in dem Politikdrama «Ides of March», dem «Hollywood Reporter». Viele Hollywoodgrößen äußersten sich bestürzt. Susan Sarandon beschrieb Hoffman als «ein Genie, mutig und liebenswert». «Unglaubliches Talent. Die Künstlergemeinde hat ein wahres Schauspielgenie verloren», pflichtete Channing Tatum bei. «Einer der Großartigen seiner Generation», twitterte Albert Brooks.

Der Schock und die Anteilnahme weckte Erinnerungen an den plötzlichen Tod von Schauspieler Heath Ledger. Der «Brokeback Mountain»-Star war 2008 tot in seiner New Yorker Wohnung entdeckt worden. Neben der Leiche des 28-Jährigen fand die Polizei Beruhigungsmittel, Angstlöser und Schlafmittel. Eine versehentliche Überdosis, hieß es später.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer