Alain Resnais
Alain Resnais (m.) bei den Filmfestspielen in Cannes 2012. Foto: Ian Langsdon

Alain Resnais (m.) bei den Filmfestspielen in Cannes 2012. Foto: Ian Langsdon

dpa

Alain Resnais (m.) bei den Filmfestspielen in Cannes 2012. Foto: Ian Langsdon

Paris (dpa) - Der Altmeister des französischen Films Alain Resnais ist tot. Er starb im Alter von 91 Jahren am Samstag in Paris im Kreis seiner Familie. Das teilte der Produzent seiner letzten Filme, Jean-Louis Livi, am Sonntag mit. Zuletzt hatte Resnais im Februar bei der Berlinale den Alfred-Bauer-Preis für die Theateradaption «Aimer, boire et chanter» (Lieben, Trinken und Singen) gewonnen. Frankreich habe einen seiner größten Filmemacher verloren, erklärte Präsident François Hollande. Alain Resnais sei in die Geschichte des Films eingegangen. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius würdigte Resnais als ein «großes Talent, das weltweit anerkannt war». Der frühere Leiter des Filmfestivals von Cannes, Thierry Frémaux, nannte Resnais eine «Inspirationsquelle für die neue Generation von Filmemachern». Der vielfach ausgezeichnete Regisseur hatte bereits mit seinem Spielfilmdebüt «Hiroshima, mon amour» über die Schrecken des Abwurfs der Atombombe aus dem Jahr 1959 das Kino geprägt. 1955 erregte Alain Resnais mit seinem Dokumentarfilm «Nuit et Brouillard» (Nacht und Nebel) über das Konzentrationslager Auschwitz/Birkenau vor allem auch in Deutschland Aufsehen. Der Film gilt als eines der wichtigsten Werke über die NS-Konzentrationslager. Unvergessen ist auch sein surrealistischer Filmklassiker «Letztes Jahr in Marienbad» (1961), eine skurrile Geschichte um Sehnsucht und Fantasie. Für sein Lebenswerk erhielt er 1995 den Goldenen Löwen des Filmfestivals von Venedig und einen Silbernen Bären der Berlinale 1998. Resnais wurde am 3. Juni 1922 als Sohn eines Apothekers in der Bretagne geboren. «Der Wunsch meiner Familie, auch aus mir einen Apotheker zu machen, wurde sehr früh ausgeschlossen», sagte der Meister einst in einem Interview.

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