Iris Berben
Iris Berben setzt sich für die Filmförderung ein. Foto: Uli Deck

Iris Berben setzt sich für die Filmförderung ein. Foto: Uli Deck

dpa

Iris Berben setzt sich für die Filmförderung ein. Foto: Uli Deck

Berlin (dpa) - Iris Berben will am Dienstag beim Bundesverfassungsgericht auf der Matte stehen und Flagge für den Erhalt der Filmförderung zeigen. Im Interview der Nachrichtenagentur dpa sagte die Präsidentin der Deutschen Filmakademie, warum sie das Fördersystem so wichtig findet.

Frage: Warum ist Filmförderung nötig?

Antwort: Weil Filmförderung Vielfalt garantiert. Und Kontinuität. Beides ist wichtig für eine Filmkultur, deren wirtschaftliche Bedeutung mittlerweile immens ist. Im Fall der zu entscheidenden Verfassungsbeschwerde geht es ja ausdrücklich um die Filmförderung des Bundes, die den Filmemachern - drittes Stichwort - Unabhängigkeit ermöglicht.

Frage: Was würde passieren, wenn sie kippt?

Antwort: Vielfalt, Kontinuität und Unabhängigkeit wären gefährdet - schlechte Voraussetzung für gutes, spannendes, überraschendes und unterhaltsames Kino.

Frage: Könnten die großen Kinos auf den deutschen Film verzichten?

Antwort: Schauen wir nur auf die Besucherzahlen des vorvergangenen Wochenendes. Vier Filme der Top Fünf in den deutschen Kinocharts waren deutsche Filme. In den letzten drei Monaten haben zwei deutsche Filme, deren Titel jedes Kind kennt, knapp zehn Millionen Besucher in die Kinos - übrigens besonders die der großen Ketten - gelockt. Darauf kann keiner verzichten. Und wer noch bei Trost ist, will es auch nicht.

Frage: Wäre eine Finanzierung aus Steuern nicht gerechter?

Antwort: Ein großer Teil der Filmförderung in Deutschland wird ja aus Steuermitteln finanziert. Die FFA-Finanzierung durch die Abgaben aus der Verwertung von Filmen, kommt aus dem alten, aber guten Gedanken der Solidarität einer überschaubaren, aber bedeutenden Branche. Es müssen noch weitere solvente und aktive Verwerter - wie die Telekommunikationsunternehmen - zur Kasse gebeten werden. Das schont den Fiskus und hilft dem deutschen Film.

Frage: Sie wünschen sich eine Quote für den deutschen Film. Was würde das bringen?

Antwort: Ich habe einfach mal laut darüber nachgedacht. Man kann die Verhältnisse nicht von einem europäischen Land zum anderen übertragen. Aber in Frankreich hat die Quote einen höheren Marktanteil für den heimischen Film gebracht - also auch eine stärkere Verbindung zu seinem Publikum. Das würde ich mir bei uns schon wünschen.

Frage: Wenn es bei der bisherigen Form der Förderung bleibt - sehen Sie trotzdem Reformbedarf?

Antwort: Und ob. Die Zeiten ändern sich rasant schnell. Besonders im Bereich der Medien, zu denen das Kino ja nun auch gehört. Die Förderung muss auf technologische und wirtschaftliche Veränderungen eingehen. Das ist die gemeinsame Herausforderung für Politik und Filmbranche.

ZUR PERSON: Iris Berben (63) ist eine der bekanntesten und beliebtesten deutschen Schauspielerinnen. Jahrelang ging die gebürtige Nordrhein-Westfälin als Kommissarin Rosa Roth für das ZDF auf Verbrecherjagd. Zudem spielte sie in zahlreichen Fernseh- und Kinofilmen mit, darunter in der Literatur-Adaption «Buddenbrooks» und in dem Wagner-Epos «Der Clan». Seit 2010 steht sie an der Spitze der Deutschen Filmakademie. Besonders engagiert sich Berben gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus.

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