Alexander Kluge war einer der Unterzeichner des Oberhausener Manifests. In diesem Jahr wird es fünfzig Jahre alt. Foto: Arne Dedert
Alexander Kluge war einer der Unterzeichner des Oberhausener Manifests. In diesem Jahr wird es fünfzig Jahre alt. Foto: Arne Dedert

Alexander Kluge war einer der Unterzeichner des Oberhausener Manifests. In diesem Jahr wird es fünfzig Jahre alt. Foto: Arne Dedert

dpa

Alexander Kluge war einer der Unterzeichner des Oberhausener Manifests. In diesem Jahr wird es fünfzig Jahre alt. Foto: Arne Dedert

Oberhausen (dpa) - Das «Oberhausener Manifest» als wohl wichtigstes Dokument des deutschen Nachkriegsfilms steht in diesem Jahr im Mittelpunkt der Oberhausener Kurzfilmtage (26.4.-1.5. 2012).

In der öffentlichen Erklärung unter dem Motto «Papas Kino ist tot» hatten junge Filmkünstler am 28. Februar 1962 in Oberhausen eine neue Bildsprache und eine kommerzfreie Filmförderung gefordert. Das wichtige Jubiläum wird am Jahrestag mit einem Festakt in München gefeiert, wo damals viele Unterzeichner arbeiteten. Zwei Monate später zeigen die Oberhausener Kurzfilmtage mit mehr als der Hälfte ihres Programms Kurzfilm-Arbeiten der 26 Unterzeichner von damals.

Viele von ihnen - vielleicht mit Ausnahme des damaligen Wortführers Alexander Kluge - seien heute außerhalb der Filmszene praktisch vergessen, sagte Kurzfilmtage-Sprecherin Sabine Niewalda. Die Unterzeichner hätten mit ihrem Aufstand aber den Weg für berühmte Regisseure wie Rainer Werner Fassbinder und Werner Herzog bereitet.

Die Filme von damals würden erstmals in dieser Breite präsentiert. Daneben stellt das Festival Filmreformbewegungen derselben Zeit in fünf anderen Ländern vor: aus Ungarn, den USA, Japan, Frankreich und Schweden. Zu dem Manifest-Schwerpunkt richten die Kurzfilmtage an diesem Montag (16.1.) eine eigene Homepage mit Hintergrund-Informationen ein. Etwa 20 Arbeiten der Unterzeichner sind außerdem auf einer Doppel-DVD zu sehen, die im Frühjahr zum Jubiläum erscheint.

Die Reaktion auf die Forderungen der jungen Filmemacher waren übrigens «Entrüstung, Spott und Häme», wie der Regisseur und Mitunterzeichner Haro Senft in einem Artikel für das Filmmagazin «Schnitt» beschreibt. Dennoch hätten sich aus dieser «Eruption einer Protestbewegung» eine neue Filmsprache und neue Produktionsbedingungen entwickelt.

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