Komödie: Stars wie Julia Roberts, Jamie Foxx und Anne Hathaway feiern "Valentinstag". Die harmlos netten Geschichten ersticken unter viel zu vielen Darstellern.

Jennifer Garner und Ashton Kutcher bilden das Zentrum der vor Stars nur so wimmelnden Komödie.
Jennifer Garner und Ashton Kutcher bilden das Zentrum der vor Stars nur so wimmelnden Komödie.

Jennifer Garner und Ashton Kutcher bilden das Zentrum der vor Stars nur so wimmelnden Komödie.

Warner

Jennifer Garner und Ashton Kutcher bilden das Zentrum der vor Stars nur so wimmelnden Komödie.

Valentin von Terni, nach dem der 14. Februar volkstümlich benannt wurde, lebte im späten dritten Jahrhundert und galt als hoffnungsloser Romantiker. Waren zwei Herzen füreinander entflammt, traute sie der Kirchenmann. Selbst Soldaten wurden von ihm verheiratet, und das, obwohl Mitgliedern der Streitkräfte die Ehe per kaiserlichem Dekret verboten war.

Dass dieser Bischof seinen Glauben an die Liebe mit dem Leben bezahlen musste, kümmert die Floristen und die Süßwarenindustrie heute herzlich wenig. Im Gegenteil. Der Valentinstag ist das gewinnbringendste Geschäft des ersten Quartals. Wer es sonst vergisst, kann hemmungslos den Rosenkavalier raushängen lassen.

Auch gern genommen: ein gemeinsamer Kinobesuch. Und wenn dann auf der Leinwand geflirtet, gelitten und geknutscht wird, ist die Frau (laut Statistik) überglücklich, während der Mann (das sagt die Erfahrung) den Schmonzes lächelnd durchsteht, um wieder ein Jahr lang seine Ruhe haben zu dürfen.

So viel zum gängigen Klischee. Und wie in jeder Komödie, in der Mann und Frau sich umpirschen, um sich letztendlich zu kriegen, spielen Stereotype auch in Garry Marshalls "Valentinstag" eine nicht unerhebliche Rolle.

Allerdings nutzt der Altmeister der romantischen Komödie ("Pretty Woman") die überspitzten Vorurteile, um sie ins Gegenteil zu verkehren und den sage und schreibe elf Handlungssträngen, die sein Ensemblefilm verfolgt, die ein oder andere unerwartete Wendung zu geben.

Die elf parallelen Handlungsstränge sollen alle Altersstufen bedienen

Bei Marshall ist es beispielsweise nicht mehr der Mann, der nach 50 Ehejahren larmoyant einen Seitensprung beichtet, sondern die Frau. Und es ist auch nicht mehr die Frau, die hofft, aus dem One-Night-Stand könne mehr werden, sondern der Mann.

Nur das platonische Pärchen, das mit Ashton Kutcher und Jennifer Garner so etwas wie das alles verbindende Herzstück des Filmes stellt, muss am Ende dem ältesten Klischee der Emanzipationsdiskussion erliegen.

Die thematische Mischung stimmt, allerdings halten die vielen nett-vergnüglichen Geschichten dem Vermarktungsdruck, der sichtbar auf "Valentinstag" lastet, nicht stand. Es sind zu viele Stars, die durchs Bild geschoben werden, noch dazu wurde versucht, jede Altersschicht zu bedienen.

Dieser Zwang, wirklich alles, was es zum Thema Liebe zu sagen gibt, in zwei Stunden zu pressen, raubt den teilweise originellen Handlungssträngen den Atem.

Anne Hathaway beispielsweise sieht man gerne zu, wie sie vor ihrem neuen Schwarm (Topher Grace) verbergen will, dass sie sich zu ihrem schlecht bezahlten Bürojob ein wenig als Telefonsexstimme dazu verdient.

Und auch Julia Roberts, die im Flugzeug sachte mit einem Geschäftsmann (Bradley Cooper) flirtet, ist wie immer entzückend auf ihre unbeholfen-rotzige Art. Diese vielen kleinen Glücksmomente verpuffen allerdings im hektischen Allerlei, das den Film als Prinzip vorantreibt. Hier ein bisschen Shirley MacLaine, dort ein wenig Taylor Lautner - gesehen, registriert, abgehakt, vergessen!

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