Moritz Bleibtreu über den besonderen Charme der 70er Jahre.

interview
Moritz Bleibtreu bei der Fashion Week im Januar in Berlin

Moritz Bleibtreu bei der Fashion Week im Januar in Berlin

Moritz Bleibtreu als Klaus Roehler in den 60er Jahren im Film.

dpa/X-Verleih, Bild 1 von 2

Moritz Bleibtreu bei der Fashion Week im Januar in Berlin

Köln. In dem Film „Quellen des Lebens“ spielt Moritz Bleibtreu (41) den Vater des Regisseurs Oskar Roehler, einen wenig erfolgreichen Schriftsteller und Lektor. Der Film lässt die 60er und 70er Jahre wieder auferstehen. Bleibtreu, der Sohn der Schauspieler Monica Bleibtreu (1944–2009) und Hans Brenner (1938–1998) ist in Kinofilmen gut beschäftigt und schätzt privat die Ruhe. Partys und Kneipen brauche er nicht, sagt der Vater eines vierjährigen Jungen vor kurzem.

Herr Bleibtreu, was ist Ihre früheste zeitgeschichtliche Erinnerung aus den 70er Jahren?

Moritz Bleibtreu: Ich glaube, das war die WM, wo Argentinien gewonnen hat – ‘78. Das weiß ich noch, da war ich voll dabei. Ich muss da sieben gewesen sein.

Wussten Sie schon damals, dass Sie Schauspieler werden wollten?

Bleibtreu: Ja, ich wollte immer Schauspieler werden, und das hat dann zum Glück auch geklappt.

Was verbinden Sie selbst mit den 70er Jahren?

Bleibtreu: Ich bin ja 70er-Jahre-Kind. Vieles von dem, was man im Film sieht, kenne ich auch. Jeder über 40 hat bei dem Film irgendwelche Sachen, von denen er weiß, dass er sie schon mal erlebt hat. Und die jüngere Generation hat bei dem Film die tolle Möglichkeit, sich anzugucken, wie’s mal so war.

Wie war’s denn damals?

Bleibtreu: Das ist halt die Zeit, die unsere Neuzeit sozusagen am meisten geprägt hat. Die Zeit, wo alle Regeln, alle Konventionen auf den Kopf gestellt wurden, ganz viele Weichen neu gestellt wurden. Und das war nur ‘ne kurze Zeitspanne von vielleicht 10, 15 Jahren. Wenn ich jetzt zurückblicke und sehe, wie viel konservativer wir heute sind, obwohl wir vorgeben, so offen zu sein. . .

. . . konservativer? Was Familie angeht?

Bleibtreu: Familiär, ja. Wenn ich einfach mal mein persönliches Umfeld betrachte, sind die Leute heute fünfmal familienorientierter und konservativer als sie es Mitte der 70er Jahre waren. Es war damals auch gar nicht cool, eine Familie zu sein mit Vater, Mutter Kind. Heute findet man das wieder cool. Zum Glück.

Im Film spielen Sie einen Mann, dessen Frau erfolgreicher ist als er selbst. Wäre das für Sie ein Problem? Könnten Sie sich vorstellen, dass Sie derjenige wären, der auf die Kinder aufpasst?

Bleibtreu: Das könnte ich mir super vorstellen, das wäre kein Problem.

Oskar Roehlers autobiografischer Film „Die Quellen des Lebens“ läuft am Donnerstag an.

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