Katherine Heigl und Josh Duhamel: Romantik gesucht.

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Ein sonniger Säugling und zwei schwer verfeindete Erziehungsberechtigte: Holly (Katherine Heigl).

Ein sonniger Säugling und zwei schwer verfeindete Erziehungsberechtigte: Holly (Katherine Heigl).

und Eric (Josh Duhamel).

Warner Bros, Bild 1 von 2

Ein sonniger Säugling und zwei schwer verfeindete Erziehungsberechtigte: Holly (Katherine Heigl).

Düsseldorf. Das erste Date ist eine Katastrophe. Mit mehr als einer Stunde Verspätung steht Eric (Josh Duhamel) vor der Tür, hat weder eine Diner-Reservierung noch ein geeignetes Fahrzeug vorzuweisen und handelt auf dem Weg ins Restaurant telefonisch bereits eine Anschlussverabredung mit einer anderen Frau aus.

Sehr viel mehr kann man in der streng reglementierten amerikanischen Kennenlernkultur nicht falsch machen. Für Holly (Katherine Heigl) ist der Kerl abgehakt. Noch am selben Abend erklärt sie der Freundin, die das Blind-Date arrangiert hat, dass sie diesen Mann nie wieder sehen will.

Die volle Windel wird zum biochemischen Großereignis

Daraus wird natürlich nichts. Schließlich bewegen wir uns in Greg Berlantis "So spielt das Leben" auf dem eng gefassten Genreterrain der romantischen Komödie, und da muss mit aller dramaturgischer Gewalt zusammenwachsen, auch und besonders was nicht zusammengehört.

In diesem Fall werden die beiden Streitvögel von gemeinsamen Freunden als Paten eines liebreizenden Töchterchens aneinandergekettet. Schon bald schicken die Drehbuchautoren die Eltern per Autounfall in den Tod und übertragen Holly und Eric testamentarisch das gemeinsame Sorgerecht für das Baby.

Wer seinen Plot mit solch grobem Werkzeug bearbeitet, muss darauf gefasst sein, dass sich die Geschichte davon nicht wieder erholt. Regisseur Berlanti hat nach diesem tragischen Brachial-akt alle Mühe, sein Schiff wieder in die seichten Gewässer einer Beziehungskomödie zu lenken. Da muss eine volle Windel zum biochemischen Großereignis hochstilisiert werden, um ein bisschen Stimmung aufkommen zu lassen.

Titel: So spielt das Leben
Genre: Komödie
Regie: Greg Berlanti
Produktionsort/-jahr: USA 2010
Freigegeben: ohne Altersbeschränkung
Länge: 114 Minuten
Verleih: Warner
Start: 21.10.2010

Ein Filmemacher wie Mike Leigh könnte aus dieser Konstellation möglicherweise eine brillante Tragikomödie zaubern, aber einem vorformatierten Hollywood-Produkt wie diesem fehlen einfach die Zwischentöne, um aus den Trümmern glaubhaftes Glück neu entstehen zu lassen.

So wirkt der aufkeimende Geschlechterkampf zwischen den beruflich gestressten Erziehungsberechtigten genauso künstlich wie die Retortenmomente des gemeinsamen Elternglücks, die mit ermüdender Unaufhaltsamkeit über alle Hürden hinweg im familiären Happy End münden.

Wertung:           2 von 5 WZ-Punkten

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