Margarethe von Trottas kluges Film-Lehrstück über Hannah Arendt.

porträt
Hannah Arendt (Barbara Sukowa) 1961 beim Prozess gegen Joseph Eichmann in Jerusalem. (Heimatfilm/NFP)

Hannah Arendt (Barbara Sukowa) 1961 beim Prozess gegen Joseph Eichmann in Jerusalem. (Heimatfilm/NFP)

Heimatfilm

Hannah Arendt (Barbara Sukowa) 1961 beim Prozess gegen Joseph Eichmann in Jerusalem. (Heimatfilm/NFP)

Intellektuelle Redlichkeit trotz aller Widerstände, Treue zur eigenen Meinung und Zivilcourage sind Tugenden, die für die deutsch-jüdische Philosophin Hannah Arendt (1906-1975) zur Richtschnur ihres Handelns wurden. Als die Wissenschaftlerin, die seit 1941 im amerikanischen Exil lebte, 1961 vom Eichmann-Prozess in Jerusalem berichtete, sah sie sich in der Folge heftigen Anfeindungen ausgesetzt, gerade von jüdischer Seite.

Sie sah den Nazi-Verbrecher als „Hanswurst“ und nicht als Monster

Arendt beschrieb den Naziverbrecher und Organisator der Deportationen in die Vernichtungslager in ihren Artikeln nicht als Monstrum oder Inkarnation des Bösen, sondern als Durchschnitts-Spießer und tumben Befehlsempfänger.

Die deutsche Regisseurin Margarethe von Trotta beleuchtet in ihrem konzentrierten Drama „Hannah Arendt“ mit einer überragenden Barbara Sukowa die vier entscheidenden Jahre, in denen die Philosophin zu einer öffentlichen Figur wurde. In Zusammenarbeit mit ihrer Drehbuchautorin Pamela Katz entwickelt von Trotta ein dramaturgisch geschickt aufgebautes Kammerspiel, das zum Nachdenken über Macht und Moral anregt.

 

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