„Bad Lieutenant“ mit Nicolas Cage.

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Terence (Nicolas Cage) versinkt immer mehr im Drogensumpf.

Terence (Nicolas Cage) versinkt immer mehr im Drogensumpf.

Splendid

Terence (Nicolas Cage) versinkt immer mehr im Drogensumpf.

Weit mehr als 40 Filme hat Regisseur Werner Herzog gedreht, in all den Jahren seiner langen Karriere jedoch noch keinen mit Nicolas Cage. Diese Lücke wollten beide schließen - also arbeiteten sie gemeinsam an dem amerikanischen Thriller "Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen", der in Venedig 2009 um den Goldenen Löwen konkurrierte, aber leer ausging.

Cage spielt den drogensüchtigen und korrupten Polizisten Terence, der in New Orleans mit der Aufklärung eines Massakers an einer afrikanischen Einwandererfamilie beauftragt wird. Terence soll den einzigen Zeugen des Gemetzels beschützen. Doch allmählich gerät er immer mehr in einen Sumpf aus Drogen und Korruption. Bald wird auch sein Privatleben hineingezogen, denn seine Freundin und Edelnutte Frankie (Eva Mendes) sieht sich Drohungen ausgesetzt.

Werner Herzog baut bizarre Ausflüge in die Tierwelt in den Thriller ein

"New Orleans nach dem Hurrikan ,Katrina’ schien für uns der richtige Platz für diesen ,film noir’", sagt der 67-jährige Münchner Herzog. Er dementiert immer wieder, dass sein "Bad Lieutenant" das Remake des gleichnamigen Films von Abel Ferrara (mit Harvey Keitel) sei: "Den Film habe ich nicht gesehen", beteuert er, was ihm jedoch kaum einer abnimmt. Teilweise gelingt es Herzog, genre-typisch zu inszenieren und Spannung zu erzeugen.

Verschroben und skurril wirken seine Ausflüge in die Tierwelt: Leguane bevölkern den Film, ein riesiges Krokodil, Fische und eine Wasserschlange. Herzog geht mit der Kamera ganz nah an sie heran, während der Hintergrund mit den Schauspielern einzufrieren scheint. Doch diese Sequenzen unterstreichen die häufig unfreiwillig komische Wirkung des Films, der an Abel Ferraras abgründiges Meisterwerk nicht heranreicht.

Nicolas Cage agiert wie so oft in der leidenden Maske des Nicolas Cage. Sein Terence wird gleich zweimal befördert. Ganz am Anfang, als er in der von "Katrina" verwüsteten Stadt einen Mann vor dem Ertrinken rettet. Und am Ende, weil er die mordende Drogenbande zur Strecke gebracht hat. Das Happy End wirkt dabei jedoch mehr als unpassend. dpa/mm

Wertung: drei von fünf Punkten

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