Eine Dokumentation zeigt Leben und Sterben Ayrton Sennas, der 1994 in Imola ums Leben kam. 104 Minuten, die bewegen. Kinostart: 12.5.

POrträt
Ayrton Senna starb am 1. Mai 1994 in Imola.

Ayrton Senna starb am 1. Mai 1994 in Imola.

dpa

Ayrton Senna starb am 1. Mai 1994 in Imola.

Düsseldorf. „Aryton, du bist der beste Rennfahrer der Welt. Lass uns aufhören und angeln gehen.“ Darum bittet Rennarzt Sid Watkins seinen Freund Ayrton Senna an einem der schlimmsten Wochenenden in der Geschichte der Formel 1 – in Imola 1994.

Beim Training hatte es bereits zwei schwere Unfälle gegeben. Rubens Barrichello ist mit Konochenbrüchen davon gekommen. Roland Ratzenberger stirbt an seinen Verletzungen.

Dennoch wusste Watkins wie Sennas Antwort lauten würde, lauten musste: „Ich kann nicht aufhören.“ Wenige Stunden später rast er mit 300 Stundenkilometer in eine Betonmauer. Watkins kann nichts mehr für ihn tun. Senna stirbt.

Regisseur Kapadia zeigt die Hochs und Tiefs des Ausnahmesportlers

Asif Kapadia zeichnet in seinem Dokumentarfilm „Senna – Genie, Draufgänger, Legende“ das Leben des legendären Formel 1-Fahrers nach, der fast zehn Jahre lang die Königsklasse des Rennsports prägte.

Der Regisseur zeigt einen Ausnahmesportler. Ein Talent, wie es nach ihm vielleicht keines mehr im Rennsport gegeben hat. Er zeigt aber auch den ehrgeizigen Ayrton Senna.

21. März 1960 in Sao Paulo, Brasilien.

1. Mai 1994 in Bologna.

Teilnahme an 161 Großen Preisen, davon 41 Siege, 65 Pole-Position.

Tolemann (1984), Lotus (1985 - 1987), McLaren (1988–1993), Williams (1994).

1988, 1990 und 1991.

Den Brasilianer, der kein Taktiker war. Den die immer mehr in den Mittelpunkt rückende Vertechnisierung des Rennsports anwiderte, dem es allein ums Fahren ging. Einen Fahrer, der die Schwelle zum übertriebenen Ehrgeiz vielleicht schon längst überschritten hatte.

Die Doku bedient sich ausschließlich Originalaufnahmen

Die Auf und Abs mit Dauerrivale Alain Prost nehmen einen Großteil der 104 Minuten langen Dokumentation ein. Der viermalige Weltmeister Prost hatte die Politik des Rennsports so viel besser verstanden als Senna.

Prost war der Taktiker, Senna der Geschwindigkeitsverliebte. Immer wieder geraten die beiden anein-ander, in den Fahrermeetings und auf der Strecke. Beide schenken sich nichts, liefern sich knallharte Kämpfe.

1989 kollidieren sie in Japan, als der dreimalige Weltmeister (1988, 1990, 1991) Senna seinen Gegner Prost in einer Schikane überholen wollte.

Asif Kapadia nutzt für seine Dokumentation ausschließlich Originalaufnahmen – Sennas größte Rennen, seine schlimmsten Niederlagen. Aber auch bisher unveröffentlichtes Material, das seine sensible Seite zeigt, wenn er um einen Kollegen weint. Oder privat im Familienurlaub auf einem Boot.

Eingespielt aus dem Off werden Interviews seiner Wegbegleiter – Formel 1-Größen, aber auch seine Familie. Seine Mutter, die zu Beginn des Films hofft: „Möge Gotte ihn begleiten“, rührt mit Blick auf die nahende Katastrophe zu Tränen. Genau wie Alain Prost, als er den Sarg seines größten Renn-Rivalen mitträgt.

In Brasilien wurde eine dreitägige Staatstrauer angeordnet

Zur dreitägigen Staatstrauer hat der Tod des Rennfahrers geführt. Bilder zeigen Millionen Fans, die während des Trauerumzugs in Brasilien am Straßenrand stehen und fassungslos ihr Idol verabschieden.

Senna war ein Superstar, die charismatische Leitfigur der Formel 1. Und so endet der Film auch nicht mit der Beerdigung Ayrton Sennas. Sondern er endet mit den gleichen Bildern, mit denen er auch angefangen hat. Mit Sennas erstem Rennen in Europa.   

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