Oscar-Nominierung
Oscar-Nominierungen in der Kategorie «Beste Schauspieler». Foto: Paul Buck

Oscar-Nominierungen in der Kategorie «Beste Schauspieler». Foto: Paul Buck

Oscar-Nominierung in der Kategorie «Beste Schauspielerin». Foto: Paul Buck

12 Years a Slave: Oscar-Chancen für Steve McQueen (l-r), Lupita Nyong'o und Chiwetel Ejiofor. Foto: Facundo Arrizabalaga

Alexander Paynes Roadmovie «Nebraska» erhielt sechs Oscar-Nominierungen. Foto: Sebastien Nogier

Martin Scorseses Film «The Wolf Of Wall Street» erhielt fünf Oscar-Nominierungen. Foto: Peter Foley

dpa, Bild 1 von 5

Oscar-Nominierungen in der Kategorie «Beste Schauspieler». Foto: Paul Buck

New York (dpa) - «Gravity», «American Hustle» und «12 Years a Slave» gehen als große Favoriten ins Oscar-Rennen. Das Weltraumdrama «Gravity» und die Kriminalkomödie «American Hustle» erhielten am Donnerstag in Los Angeles jeweils zehn Nominierungen für die wichtigsten Filmpreise der Welt.

Das Sklavenepos «12 Years a Slave» hat in neun Kategorien Chancen. Die nominierten Stars reagierten auf ihre Nominierungen unterschiedlich: von geschockt bis dankbar.

Auch die zwei deutschen Regisseure Max Lang und Jan Lachauer können sich Hoffnungen auf einen Oscar machen: Sie wurden für ihren animierten Kurzfilm «Room on the Broom» nominiert. Ansonsten enttäuschten die deutschen Hoffnungen. Das Stasidrama «Zwei Leben» war zwar in die engere Auswahl gekommen, wurde dann aber nicht nominiert. Auch Komponist Hans Zimmer und Schauspieler Daniel Brühl («Rush») bekamen keine Nennungen. Die Oscars werden am 2. März in Hollywood vergeben.

Für die Königsdisziplin «bester Film» sind neun Werke nominiert. Dazu gehören neben «12 Years a Slave» von Steve McQueen, «American Hustle» (David O. Russell) und «Gravity» (Alfonso Cuarón) auch Martin Scorseses «The Wolf of Wall Street», «Captain Phillips» (Paul Greengrass), «Dallas Buyers Club» (Jean-Marc Vallée), «Her» (Spike Jonze) «Nebraska» (Alexander Payne) und «Philomena» von Stephen Frears. Vor einem Jahr hatte das Politdrama «Argo» von und mit Ben Affleck diese Trophäe gewonnen.

Überraschend war für viele Beobachter, dass das Weltraumdrama «Gravity» des Mexikaners Cuarón und die Groteske «American Hustle» von Russell mehr Nominierungen bekamen als «12 Years a Slave». Sie alle sind in den wichtigsten Kategorien Konkurrenten. Das auf wahren Begebenheiten basierende Drama «12 Years a Slave» könnte dennoch Filmgeschichte schreiben. Denn wenn der Brite Steve McQueen den Preis als bester Regisseur gewinnt, wäre er in der Oscar-Geschichte der erste schwarze Preisträger in dieser Kategorie.

Der deutsch-irische Schauspieler Michael Fassbender geht für seine Leistung in «12 Years a Slave» als bester Nebendarsteller ins Rennen. Sein Konkurrent ist unter anderen Bradley Cooper für «American Hustle». Bei den besten Schauspielerinnen hat Sandra Bullock für «Gravity» Chancen. Für den teilweise in Deutschland aufgewachsenen Hollywoodstar wäre es nach «Blind Side - Die große Chance» der zweite Oscar. Sie konkurriert mit Amy Adams («American Hustle»), Cate Blanchett («Blue Jasmine»), Judi Dench («Philomena») und Meryl Streep («Im August in Osage County»).

Als bester Hauptdarsteller ist von «American Hustle» Christian Bale dabei. Hoffen können auch Bruce Dern («Nebraska»), Matthew McConaughey («Dallas Buyers Club») und Chiwetel Ejiofor («12 Years a Slave»). Und: Leonardo DiCaprio hat die Chance auf seinen ersten Oscar. Der 39-Jährige wurde für seine Rolle in dem Film «The Wolf of Wall Street» von Martin Scorsese nominiert.

Die Neuverfilmung aus der Welt der New Yorker Banker ist zugleich Scorseses Chance auf einen Oscar. Er ist neben McQueen für die beste Regie nominiert, ebenso wie Alexander Payne («Nebraska»), David O. Russell («American Hustle») und Alfonso Cuarón («Gravity»).

Die Musik zu «12 Years a Slave» hat der gebürtige Frankfurter Hans Zimmer geschrieben. Er hat nun aber keine Chance auf seinen zweiten Oscar, ebenso wenig Daniel Brühl auf seinen ersten. Brühl («Goodbye Lenin») hatte Niki Lauda in dem Rennfahrerduell «Rush - Alles für den Sieg» gespielt. Beide waren in der Nacht zum Montag auch bei den Golden Globes leer ausgegangen.

Der deutsche Beitrag für den Auslandsoscar, das Stasidrama «Zwei Leben» von Georg Maas, hatte es zwar auf die Liste der letzten neun Filme geschafft. Für eine der fünf Nominierungen reichte es letztlich aber nicht. Nominiert wurden «Die Jagd» (Dänemark), «La Grande Bellezza - Die große Schönheit» (Italien), «Omar» (Palästina), «The Broken Circle Breakdown» (Belgien) und «The Missing Picture» (Kambodscha).

Schauspieler Jonah Hill konnte es nicht fassen, dass er in der Kategorie bester Nebendarsteller in «The Wolf of Wall Street» nominiert wurde. «Ich bin restlos und total geschockt.» Er habe nicht mal Pläne zum feiern, denn das habe er absolut nicht erwartet, teilte der 30-Jährige dem US-Branchenblatt «Hollywood Reporter» mit. Auch sein Co-Star Leonardo DiCaprio (39) hat als Hauptdarsteller Chancen auf seinen ersten Oscar. Die Rolle als gieriger Börsenmakler in der Finanzwelt-Satire sei eine der «schwierigsten und erfüllendsten» seiner Laufbahn gewesen, sagte der Star.

Der mexikanische «Gravity»-Regisseur Alfonso Cuarón (52) bedankte sich bei der Filmakademie für die zehn Nominierungen für seinen Weltraumthriller. «Ich freue mich besonders über Sandys Nominierung», sagte Cuarón. Sandra Bullock (49) spielt eine Astronautin, die alleine im All ums Überleben kämpft. Sie habe sich total in die Rolle hineingegeben, lobte der Regisseur die Hauptdarstellerin.

Regisseur David O. Russell (55) kann sich ebenfalls über zehn Nominierungen für seine Kriminalkomödie «American Hustle» freuen. «Ich habe eine kleine Erkältung, aber dies wird meinem Immunsystem sicher bestens helfen», witzelte der Regisseur.

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