Deutscher Filmball
Prominenz beim Deutschen Filmball in München. Foto: Istvan Bajzat/Ursula Düren/Volker Dornberger

Prominenz beim Deutschen Filmball in München. Foto: Istvan Bajzat/Ursula Düren/Volker Dornberger

Steffen Kuchenreuther in der Filmball-Ausstellung. Foto: Ursula Düren

Es darf getanzt werden. Foto: Ursula Düren

dpa, Bild 1 von 3

Prominenz beim Deutschen Filmball in München. Foto: Istvan Bajzat/Ursula Düren/Volker Dornberger

München (dpa) - Champagner, Prosecco, Bussi Bussi: Seit 40 Jahren wird einmal im Jahr im Bayerischen Hof der Deutsche Filmball gefeiert. Legendäre Geschichten ranken sich um die Ballnacht. Und der Abgang von Goldie Hawn und Kurt Russell war dabei nicht der größte Skandal.

Michael Douglas war da, Curd Jürgens, Sylvester Stallone, Gert Fröbe, Roger Moore, Helen Mirren, Romy Schneider. «Romy Schneider - das waren noch Zeiten», sagt Steffen Kuchenreuther und zeigt auf ein Foto der großen Schauspielerin, die ihre damalige Liebe Daniel Biasini anstrahlt. Aufgenommen wurde das Bild im Bayerischen Hof, beim Deutschen Filmball in München.

Zum 40. Mal findet der Ball in diesem Jahr statt, und der Veranstalter, die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO), hat das zum Anlass genommen, zurückzublicken. Von diesem Freitag an ist in München die Foto-Ausstellung «40 Jahre Deutscher Filmball - Der rote Teppich für den deutschen Film» zu sehen, die einen Überblick gibt über 40 Jahre Glamour, Champagner und Bussi Bussi.

«Fast alle drängen sich da ins Rampenlicht auf dem roten Teppich», sagt Kuchenreuther. Der langjährige SPIO-Präsident, der heute Ehrenmitglied des Präsidiums ist, organisiert das große Event seit 15 Jahren. Seit 35 Jahren hat er sich keine Ballnacht im Bayerischen Hof entgehen lassen. Er kennt sie alle, die kleinen und großen Geschichten, die kleinen und großen Skandale.

Einer davon ist der Abgang von Goldie Hawn nebst Liebstem Kurt Russell Anfang der 1990er Jahre. Sie hatten die Nase voll von den Fotografen und verschwanden kurz nachdem sie gekommen waren. «Nach zehn Minuten sind sie auf ihr Zimmer gegangen und waren nicht mehr Gesehen.»

Doch das ist noch längst nicht alles. Einmal blieb eine bayerische First Lady - Kuchenreuther will nicht sagen, welche - mit ihrem Spitzenkleid an einem Holzspan am Tisch hängen und riss es auf. Das ganze Filmball-Team war in Aufregung versetzt, das kleine Malheur wurde behoben - und vertuscht.

Für Kuchenreuther ist das aber nichts gegen den wohl größten Skandal in der 40-jährigen Filmball-Geschichte. In den 1980er Jahren wagten es rebellische Jungschauspieler doch tatsächlich, die Kleiderordnung komplett zu missachten und in Jeans und T-Shirt zur Gala zu erscheinen. «Sie wollten rebellisch sein» - und wurden rausgeworfen. «Heute wird die Kleiderordnung ziemlich eingehalten», sagt Kuchenreuther.

Grundsätzlich gilt: Alle sollen Spaß haben und ausgelassen feiern. Genau daran haperte es allerdings in den vergangenen Jahren etwas. Zeigen Bilder von früher noch Bernd Eichinger, Hannelore Elsner und Uwe Carstensen, wie sie Champagner in einen Damenschuh kippen, macht sich inzwischen hier und da auch mal Langeweile breit. Oft ist der ganze Spaß vorbei, wenn die Fotografen gehen und die Prominenz nach ein paar Stunden meint, sich gut genug in Szene gesetzt zu haben. Früher ging es dann erst richtig los, sagen die, die dabei waren.

Noch etwas ist heute anders: Die große Hollywood-Prominenz ist selten gesehen beim Filmball. Und das hat einen guten Grund: das liebe Geld. Kamen die Stars früher noch allein, bringen sie heute eine Entourage von 20 Leuten mit. Wer soll das bezahlen? Heute dreht sich die deutsche Branche im Bayerischen Hof in erster Linie um sich. Der deutsche Film feiert sich selbst. «Er wurde selbstbewusster», sagt Schauspielerin Senta Berger, die Schirmherrin der Jubiläumsausstellung, über den Filmball. Der Filmball sei eine Institution. Nur eine Sache stört Senta Berger: «Die Musik ist lauter geworden, das ist schade. Aber das ist eben der Zeit geschuldet.»

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