Fisher und Reynolds
Debbie Reynolds (r) und ihre Tochter Carrie Fisher. Foto: Paul Buck

Debbie Reynolds (r) und ihre Tochter Carrie Fisher. Foto: Paul Buck

Die Welt des Films ließ Debbie Reynolds fast ihr gesamtes Leben lang nicht los. Foto: UPI

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Debbie Reynolds (r) und ihre Tochter Carrie Fisher. Foto: Paul Buck

Los Angeles (dpa) - Die aus Musikfilmen wie «Singin' in the Rain» bekannte US-Schauspielerin Debbie Reynolds ist nur einen Tag nach ihrer ebenso berühmten Schauspieler-Tochter Carrie Fisher gestorben.

«Das einzig Gute daran ist, dass meine Mutter bei meiner Schwester sein wollte», sagte der Sohn beziehungsweise Bruder der beiden, Todd Fisher, dem TV-Sender ABC. Die 84-jährige Reynolds habe nach dem Tod der 60-jährigen Tochter am Dienstag unter Stress gestanden und am Mittwoch einen Schlaganfall erlitten. US-Medien zitierten ihn mit den Worten: «Sie ist mit Carrie zusammen.»

Dem Promi-Portal «TMZ» zufolge war Reynolds am Nachmittag mit Verdacht auf Herzversagen in ein Krankenhaus gebracht worden, nachdem aus dem Hause ihres Sohnes in Beverly Hills der Notruf gewählt worden war. Zwischen dem Tod Fishers und dem Notruf für Reynolds lagen nur etwa 28 Stunden. Zuvor hätten Sohn und Mutter über die Beerdigung Fishers gesprochen, die als Prinzessin Leia in der «Star Wars»-Saga berühmt geworden war. Der Tod der beiden binnen kürzester Zeit stürzte die Filmbranche und Fans in noch tiefere Trauer.

«Debbie ist gegangen, um bei Carrie zu sein. Sie machte sich immer Sorgen um sie. Carrie ist zu früh gegangen, und jetzt sind sie wieder zusammen», schrieb Schauspielerin Debra Messing (48), die jahrelang in der Comedy-Sendung «Will and Grace» mit Reynolds gearbeitet hatte, auf Instagram. «Debbie Reynolds war erste Klasse. Sie war liebevoll, talentiert, schön, unvergänglich. Ich bedauere jeden, der nie die Chance hatte, sie zu treffen», schrieb Showmaster Larry King (83) auf Twitter. Der als früherer Captain-Kirk-Darsteller bei «Star Trek» bekannte Schauspieler William Shatner (85) bezeichnete Reynolds als «eine der Letzten des Hollywood-Adels».

Carrie und Todd gingen aus Reynolds' Kurzehe mit dem Sänger Eddie Fisher (1928-2010) hervor. Noch 2016 ließen sich Mutter und Tochter für die HBO-Dokumentation «Bright Lights: Starring Carrie Fisher und Debbie Reynolds» filmen und interviewen. Beide wohnten zuletzt nebeneinander und sahen sich fast täglich - sie verheimlichten aber auch ihr oft angespanntes Verhältnis nicht. Fishers Vater Eddie hatte die Familie bald nach der Geburt der gemeinsamen Tochter verlassen und Elizabeth Taylor geheiratet.

Hinter Reynolds liegt ein Leben mit vielen Höhen und Tiefen. Als Tochter einer armen Zimmermannsfamilie im texanischen El Paso geboren, zog die ehrgeizige Teenagerin als Gewinnerin eines Schönheitswettbewerbs in Kalifornien erstmals alle Blicke auf sich. Ihren Durchbruch verdankte sie dem gefeierten Tänzer und Schauspieler Gene Kelly, der sie 1952 zur Partnerin in dem Musical «Singin' in the Rain» und damit über Nacht zum Star machte. In Dutzenden Filmen wirkte Reynolds danach mit, darunter in «Tammy», «Scheidung auf Amerikanisch» und dem Musikfilm «Goldgräber-Molly», der ihr 1964 eine Oscar-Nominierung einbrachte.

Nach Carries Tod hatte Reynolds am Dienstag noch via Facebook «die Gaben und Talente meiner geliebten und unglaublichen Tochter» gewürdigt. An die Adresse ihrer Anhänger schrieb sie: «Ich bin dankbar für eure Gedanken und Gebete, die sie jetzt zu ihrer nächsten Station begleiten. In Liebe, Carries Mutter.» Todd Fisher und Reynolds Sprecher waren für eine Stellungnahme auf dpa-Nachfrage zunächst nicht zu erreichen.

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