Richard Gere
Der US-Schauspieler Richard Gere bezieht Stellung gegen Donald Trump. Foto: Monika Skolimowska

Der US-Schauspieler Richard Gere bezieht Stellung gegen Donald Trump. Foto: Monika Skolimowska

dpa

Der US-Schauspieler Richard Gere bezieht Stellung gegen Donald Trump. Foto: Monika Skolimowska

Berlin (dpa) - Der Weltstar Richard Gere («Pretty Woman») hat mit einem scharfen politischen Statement die aktuelle Hollywood-Stimmung auf die Berlinale gebracht. Bei der Vorstellung seines neuen Films «The Dinner» kritisierte der 67-Jährige am Freitag den amerikanischen Präsidenten Donald Trump scharf und rief zu gemeinsamer Vorsicht auf.

«Das Schlimmste, was Trump gemacht hat, dass er zwei Wörter zu einem verschmolzen hat - Flüchtling und Terrorist. Es bedeutet für viele inzwischen das Gleiche», sagte Gere vor Journalisten. Früher seien Flüchtlinge in den USA Menschen gewesen, denen man habe helfen wollen. Heute hätten viele Leute Angst vor ihnen. «Das ist das größte Verbrechen, diese beiden Begriffe zu einem zu machen.»

Seit dem Amtsantritt von Trump ist laut Gere die Zahl der aus Hass begangenen Gewalttaten in den USA gestiegen. «Hass erzeugt Angst. Und Angst bringt uns dazu, wirklich schreckliche Dinge zu tun», sagte er. Es sei an der Zeit, wirklich wahrzunehmen, was Trump und seine konservative Bewegung mit der Welt machten. «Wir können alle nicht davonkommen.»

In dem Film «The Dinner» von Regisseur Oren Moverman geht es um zwei Ehepaare, deren Kinder für ein schreckliches Verbrechen verantwortlich sind. Bei einem Abendessen streiten sie um die Frage, wie weit sie ihre Söhne decken sollen. Gere spielt dabei einen der beiden Ehemänner, einen scheinbar glatten, karrierebewussten Politiker, der erst am Schluss für eine überraschende Wende sorgt.

«Ich fand es eine faszinierende Idee, das Publikum auf einen falschen Pfad zu führen und das dann noch umzudrehen», sagte er. Sein Schauspielkollege Steve Coogan fühlte sich eigenen Angaben zufolge in der Rolle des angeschlagenen Bruders «psychisch krank - aber verglichen mit dem Präsidenten der USA ist das eher ein schwacher Kopfschmerz». Der Film bewirbt sich mit 17 anderen Kandidaten um einen der begehrten Bären-Preise.

Auch Ungarn punktete am zweiten Festivaltag mit dem Wettbewerbsbeitrag «On Body and Soul» («Teströl és lélekröl»). Der Film fesselt als emotional reiche, völlig unsentimentale Studie über zwei nicht mehr ganz junge Menschen, die scheu aufeinanderzugehen, ganz langsam ihre Gefühle und damit sich selbst entdecken. Autorin und Regisseurin Ildikó Enyedi erzählt die sensible Geschichte in wunderbar komponierten Bildern. Damit erreicht sie eine bezwingende Intensität der poetisch anmutenden Erzählung.

Zwar im Wettbewerb, aber außer Konkurrenz sollte es am Abend ein Wiedersehen mit Ewan McGregor und Robert Carlyle geben. Der britische Regisseur Danny Boyle legt mit «T2 Trainspotting» die Fortsetzung seines Kultfilms aus dem Jahr 1996 auf. McGregor («Star Wars»), der selbst nicht in Berlin erwartet wird, spielt Mark Renton, der in seinen schottischen Heimatort Leith zurückkehrt.

Ebenfalls am Abend stand das Drama «Es war einmal in Deutschland» auf dem Programm, in dem Moritz Bleibtreu einen Juden im Nachkriegsdeutschland spielt. Gemeinsam mit anderen Holocaust-Überlebenden versucht dieser, mit einem Wäschehandel genug Geld zu verdienen, um ins Ausland ausreisen zu können. Dann aber holt ihn seine Vergangenheit ein. Der Film von Regisseur Sam Garbarski («Vertraute Fremde», «Irina Palm») läuft in der Reihe Berlinale Special Gala.

Insgesamt sind bei dem Festival bis zum 19. Februar fast 400 Filme aus aller Welt zu sehen.

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