Veterinärin erforscht „Hasen in der Kulturgeschichte“.

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Der Hase ist quer durch Epochen und Kulturen vertreten und ein Lieblingstier der Künstler.

Der Hase ist quer durch Epochen und Kulturen vertreten und ein Lieblingstier der Künstler.

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Der Hase ist quer durch Epochen und Kulturen vertreten und ein Lieblingstier der Künstler.

Berlin. Löwen werden in Bronze gegossen, Hasen nur in Schokolade. Das heißt aber nicht, dass sie in der Kunstgeschichte keine bedeutende Rolle gespielt haben. Im Gegenteil: Der Hase ist quer durch Epochen und Kulturen vertreten und ein Lieblingstier der Künstler. Die Tiermedizinerin Birgit Gehrisch hat ihre Doktorarbeit über den „Hasen in der Kulturgeschichte“ geschrieben.

Frau Gehrisch, wann haben sich Künstler erstmals für den Hasen interessiert?

Gehrisch: Der Hase ist ein Motiv von der Altsteinzeit bis in die Gegenwart, und dies in allen Kulturen und Erdteilen. Die ersten Nachweise, die ich gefunden habe, waren 15 000 bis etwa 8000 vor Christus – so weit geht das zurück! Das waren zunächst Knochen, in die Hasen eingraviert waren.

Welche Bedeutung hat Sie selbst am meisten überrascht?

Gehrisch: Ich kannte die Geschichten vom Mann im Mond, aber dass es in vielen Kulturen den Hasen im Mond gibt, war mir nicht bekannt. Da werden die Mondflecken als Hasen gedeutet. Zum Beispiel bei den Beduinen, in Indien, in Tibet, in der Mongolei – im ganzen Fernen Osten.

Haben Sie auch herausgefunden, wie der Osterhase zu erklären ist? Ein Hase, der Eier bringt – das ist ja schon erklärungsbedürftig.

Gehrisch: Leider kann man nicht sagen: Der Osterhase kommt da und da her. Es gibt viele Erklärungsversuche. Der Osterhase selbst ist sehr jung, die erste Darstellung datiert von 1789 in einem Schweizer Kinderbuch, da sieht man ihn mit eiersuchenden Kindern. Man muss den Hasen mit dem Ei zusammen sehen, das ist ja auch ein Fruchtbarkeitssymbol. Zudem war es zur Osterzeit Pflicht, Zinsen an den Grundherrn abzugeben – auch in Form von Naturalien. Und da stellt sich die Frage, ob der Hase nicht auch als materielle Gabe übergeben wurde.

Sie meinen, der Osterhase war im Grunde ein Hasenbraten?

Gehrisch: Ja, so könnte es gewesen sein – ganz profan als Lebensmittel.

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