Potsdam (dpa) - Die Figur von Preußenkönig Friedrich II. (1712-1786) im Film hat vor allem der Schauspieler Otto Gebühr geprägt. Von diesem Mittwoch an erinnert das Potsdamer Filmmuseum mit einer Ausstellung an Gebühr (1877-1954).

Die Schau ist der Beitrag des Museums zum Themenjahr anlässlich des 300. Geburtstags von Friedrich dem Großen. Immer wenn es Deutschland schlecht gegangen sei, seien Filme über den Alten Fritz ins Kino gekommen, sagte der Kurator der Ausstellung, Guido Altendorf. Über 40 Kino- und Fernsehfilme formten seit 1910 das Bild des Preußenkönigs.

Dabei ragte Gebühr heraus. Er verkörperte zwischen 1920 und 1942 in 15 Filmen Friedrich. Nach seinen Erfolgen als Darsteller des Monarchen erhielt er kaum noch andere Rollen, Fans sprachen ihn auf der Straße schon mit «Majestät» an. Er ähnelte in Gestik und Mimik frappierend dem vom Maler Adolph Menzel dargestellten König im «Flötenkonzert Friedrichs des Großen in Sanssouci». In der Schau sind unter anderem der Dreispitz und die Perücke zu sehen, die Gebühr vor der Kamera trug.

Seine Karriere hatte der Friedrich-Darsteller 1920 in dem Stummfilm «Die Tänzerin Barberina» gestartet. In der Weimarer Zeit folgten «Die Tänzerin von Sanssouci» oder «Das Flötenkonzert von Sanssouci». Während der Nazi-Diktatur spielte Gebühr in «Fridericus» oder in «Der große König». Die Nationalsozialisten nutzten die Streifen als Propagandastücke. Das preußische Erbe sei in den Filmen sehr betont worden, erläuterte Altendorf. «Das Publikum, das sich nach der Kaiserzeit zurücksehnte, sollte angesprochen werden.»

Die Ausstellung im Filmmuseum läuft bis März nächsten Jahres. Zum Programm gehören Vorführungen von Filmen, in denen es um den Preußenkönig geht.

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