Ein begeistertes Publikum, heitere Szenen und ein Hieb auch auf die Situation der klammen Städte.

Daniel Breitfelder und Sophie Brasse.
Daniel Breitfelder und Sophie Brasse.

Daniel Breitfelder und Sophie Brasse.

Andreas Fischer

Daniel Breitfelder und Sophie Brasse.

Wuppertal. Das große Los hat Hermann Soergel nicht gezogen: Die Raten für das Haus hat er nicht bezahlt, die Mahnungen ignoriert, die Frau belogen. Da kommt ihm die Parabel von der Lotterie in Babylon gerade recht. Regisseur Martin Kloepfer zeigte in der Uraufführung im Schauspielhaus Wuppertal ein gelungene Umsetzung einer Borges-Geschichte (1941), die von einem Land erzählt, in dem die Lotterie das Leben der Menschen bestimmt.

Eine solche Gesellschaftsordnung, in der das "große Spiel" dominiert, nutzt Möchtegern-Philosoph Soergel (Lutz Wessel) dazu, die eigenen Fehler wortreich zu kaschieren und auf andere zu schieben. Selbst Schuldenberater Müller (Andreas Möckel) ist gegen so viel Ignoranz machtlos.

Und Gattin Ulrika (Sophie Basse) flüchtet ins Reich der Fantasie, spricht Herr-der-Ringe-Elbisch und assistiert als zersägte Jungfrau dem Zauberer (Daniel Breitfelder). Der allerdings lauert wieder nur auf ihr Geld.

Fazit: Ein begeistertes Publikum, heitere Szenen und ein Hieb auch auf die Situation der klammen Städte.

Aufführungen am: 4., 12., 19. Juni, 20 Uhr; 20. 27. Juni, 18 Uhr.

Karten unter Ruf 0202 / 5694444.

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