Fritz Pleitgen: „Wir zittern für die gute Sache.“

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Auf ein Dach über der Bühne hatten die Veranstalter verzichtet.

Auf ein Dach über der Bühne hatten die Veranstalter verzichtet.

dpa

Auf ein Dach über der Bühne hatten die Veranstalter verzichtet.

Essen. "Starke Bilder des Wandels" will Ruhr-2010-Chef Fritz Pleitgen mit der Eröffnungfeier der europäischen Kulturhauptstadt am Samstag zeigen - gestern Kohle, Koks und Stahl, heute Kultur, Architektur und Medienwirtschaft. Deshalb soll die dreiteilige Festgala eben nicht in einem gut beheizten Saal, sondern direkt vor den spektakulären Industriebauten des Unesco-Weltkulturerbes stattfinden.

Doch nun warnen Meteorologen vor Frosttemperaturen, einem scharfen Nordostwind und einem möglichen Schneechaos. Fritz Pleitgen flüchtete sich am Dienstag in Galgenhumor: "Wir zittern für eine gute Sache."

Musiker und Tänzer müssen sich warm anziehen

Die Wetterdienste Meteomedia und Q.met halten einen Wintereinbruch am Nachmittag, wenn die Gala beginnt, für sicher. Neuschnee auch im Westen sei "gut möglich", sagen Sprecher. Und das könnte die aufwendige Eröffnungsfeier, die einen sechsstelligen Betrag kostet, erheblich beeinträchtigen.

"Hoffentlich nur kein Schneetreiben", sagt der Regisseur des Festaktes, Gil Mehmert. Schließlich sollen die Fernsehbilder des Festaktes in ZDF, Deutscher Welle und WDR nicht nur live, sondern auch gut sichtbar übertragen werden.

Für die 55 Symphoniker, die zusammen mit Herbert Grönemeyer die neue Ruhr-Hymne "Komm zur Ruhr" anstimmen, dürfte das Stimmen ihrer Geigen in der Kälte zum Albtraum werden. Heizstrahler auf der Bühne sollen für die teuren Instrumente und die Tänzer, die bei Eiseskälte in den Spagat springen müssen, einen minimalen Schutz bieten. Ein Dach über der Bühne sei geprüft und verworfen worden, berichtet Mehmert: "Es hätte den Charme der Kulisse zunichtegemacht."

Mindestens 16 Grad schreibt die Vereinbarung zwischen Musikergewerkschaften und Orchesterarbeitgebern vor, sagt die Sprecherin der Symphoniker Christiane Peters. Aber so genau werde diesmal nicht hingeguckt - schließlich dauere der Auftritt mit Grönemeyer nur acht Minuten.

An die prominenten Besucher - darunter EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso - werden wärmende Decken ausgegeben. "Sie können einen Flachmann mitnehmen", rät Pleitgen den übrigen. Nach dem Festakt ist auf dem Gelände der einst größten Zeche Europas ein zweitägiges Volksfest geplant, bei dem über 1.700 Künstler auftreten.

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