NRW-Akademie der Wissenschaft wird um Künste erweitert.

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Pina Bausch steht die Berufung in die Akademie bevor.

Pina Bausch steht die Berufung in die Akademie bevor.

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Pina Bausch steht die Berufung in die Akademie bevor.

Düsseldorf. Als erste deutsche Wissenschaftsakademie richtet die Nordrhein-Westfälische Akademie eine Klasse der Künste in den Sparten Architektur, Darstellende Kunst, Musik, Literatur und bildende Kunst ein. Zur Gründungsgruppe gehören aus Wuppertal Pina Bausch (Tanztheater) und Tony Cragg (Bildhauer), aus Düsseldorf Markus Lüpertz (Malerei, Bildhauerei), Christoph Ingenhoven (Architektur) und Manfred Trojahn (Musik). Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart wird am Mittwoch die neue Gelehrten-Gemeinschaft bei der Jahresfeier berufen.

Zwei Gründe führten zur Erweiterung der NRW-Akademie: Als die Leopoldina in Halle im Vorjahr zu Deutschlands Nationaler Akademie der Wissenschaft aufstieg, bestand auch in NRW Handlungsbedarf. Außerdem macht der heute zur Wiederwahl kandidierende Klaus Staeck als Präsident der Berliner Akademie der Künste vor, mit welch kritischem Kulturbewusstsein sich Künstler zu Wort melden können. Vielleicht hat dann eines Tages das größte Bundesland auch einen Kultusminister.

NRW-Akademie der Wissenschaften und Künste sucht die Öffentlichkeit

Der Düsseldorfer Präsident Manfred J.M. Neumann, dessen Ehrenamt Ende des Jahres ausläuft, hat die Düsseldorfer Akademie der Wissenschaften vorsichtig für das allgemeine Publikum geöffnet. Vor allem aber findet Ministerpräsident Jürgen Rüttgers als Kuratoriums-Vorsitzender Interesse an der Kultur. Seit dem deutsch-französischen Festival "Artention" in Paris stellt er zufrieden fest, wie leicht Malerei, Fotografie oder Theater die politischen Grenzen überwinden.

Wenn sich die Neuen, darunter auch Peter Weibel, Jürgen Becker, und Werner Nekes, mit den Geistes-, Wirtschafts- Ingenieur- und Naturwissenschaftlern treffen, werden sie sich im Karl-Arnold-Haus als Sitz der Akademie wohl fühlen. Das Gebäude stammt von Hans Schwippert, einst Direktor der Kunstakademie. Es besticht durch seinen würdevollen Rahmen, seine klare Baustruktur, seine herausragende Akustik und seine Funktionalität. 1960 eingeweiht, steht es längst unter Denkmalschutz.

Die Mitgliedschaft ist Ehrensache. Generalsekretärin Brigitte Lohkamp spricht von einem "ordenlosen Orden" und vergleicht die Auszeichnung mit dem "Orden Pour le Mérite", den Friedrich der Große eingeführt hat.

Die Erweiterung der Akademie um die Künste kostet das Land wenig mehr, denn es bezahlt lediglich die Reisekosten. Etatisiert sind eine Million Euro für das Haus, seine Unterhaltung und die Sachkosten der Referenten. Hinzu kommen die zehn fest angestellten Mitarbeiter und einige Kräfte mit 400-Euro-Jobs.

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