Lindenbergs Musical feierte „Hinterm Horizont“ Premiere.

Musical
Musiker Udo Lindenberg (l.), Jessy-Darstellerin Josephin Busch und Udo-Darsteller Serkan Kaya freuen sich über die Premiere von „Hinterm Horizont“.

Musiker Udo Lindenberg (l.), Jessy-Darstellerin Josephin Busch und Udo-Darsteller Serkan Kaya freuen sich über die Premiere von „Hinterm Horizont“.

dpa

Musiker Udo Lindenberg (l.), Jessy-Darstellerin Josephin Busch und Udo-Darsteller Serkan Kaya freuen sich über die Premiere von „Hinterm Horizont“.

Berlin. Zum Schluss liegen sich der echte und der Musical-Udo in den Armen. Ein älterer Panik-Rocker und ein junger Schauspieler, beide mit Hut, langen Haaren und Sonnenbrille. Und beide sehr gerührt. Auch im Zuschauerraum flossen Tränen bei der Premiere von „Hinterm Horizont“, dem Lindenberg-Musical.

Es erzählt die Liebesgeschichte zwischen dem jungen Rocksänger Udo aus Hamburg und Jessy, einem „Mädchen aus Ostberlin“, angelehnt an Lindenbergs Lied aus den 70er Jahren. Bei Udo und Jessy gefährden die Grenze, die Stasi und die Familie ihre Liebe.

Die Geschichte um die Liebe zu einer Ost-Berlinerin wirkt stark konstruiert

Der Mauerbau vor knapp 50 Jahren, dargestellt mit Originalfilmaufnahmen von Stacheldraht und Panzern, der Fall der Mauer und die Gegenwart setzen den zeitlichen Rahmen. Neben der politischen Geschichte des geteilten Deutschland präsentiert das Stück auch musikalisch Historisches: Lindenbergs Lieder über mehr als drei Jahrzehnte, von den rockigen Anfangsstücken bis zu sanften Balladen – von „Boogie-Woogie-Mädchen“ bis „Sonderzug nach Pankow“.

Wie so oft im Musical, wirkt die fast drei Stunden dauernde Geschichte stark konstruiert. Dafür bot das Stück dem Drehbuchteam um Autor Thomas Brussig („Sonnenallee“) zahlreiche Möglichkeiten, Details der 80er Jahre und des Lebens in der DDR freundlich-satirisch zu illustrieren: Dauerwellenfrisuren, Trainingsanzüge, FDJ-Tanzkurse.

Einige Gags enden als üble Kalauer, andere haben durchaus Witz

Dem jungen Darsteller Serkan Kaya gelingt es recht gut, Lindenberg auf der Bühne darzustellen. Noch überzeugender wirken allerdings Josephin Busch und Anika Mauer als die junge und die ältere Jessy, weil sie nicht ständig an einem real existierenden Vorbild gemessen werden.

Einige Gags enden als üble Kalauer („Da, wo einst die Leber war, steht jetzt eine Minibar“), manche Dialoge bieten durchaus Witz à la Brussig oder Lindenberg. So schmeichelt Udo auf der Flucht vor dem KGB: „Wenn der Kommunismus so schön wäre wie du, hätte er eine Chance.“ Eintrittskarten zwischen 36 und 117 Euro für Vorstellungen bis Juni (siehe Link unten).

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