Hamburg (dpa) - Weltenreisen, ein Gebetomat und dichtende Imame: Die Lessingtage am Thalia Theater in Hamburg wollen sich mit dem Blick der Europäer auf die Welt befassen.

«Wir sind kein Festival, das groß die Klassik präsentiert, sondern setzen auf Zeitgenössisches und Gegenwärtiges», sagte Intendant Joachim Lux am Mittwoch bei der Vorstellung des Programms. Die Lessingtage, die es zum dritten Mal in der Hansestadt gibt, gehen vom 18. Januar bis zum 4. Februar über die Bühne. Unter dem Motto «Um alles in der Welt - Lessingtage 2012» sind mehr als 70 verschiedene Veranstaltungen geplant.

Inhaltlicher Schwerpunkt des Themenfestivals soll die Begegnung mit dem Fremden sein. Vom Menschenhandel über den humorvoll-satirischen Beitrag zur Globalisierung bis hin zur dritten Langen Nacht der Weltreligionen reichen die Themen. Im vergangenen Jahr kamen knapp 17 000 Besucher zu den 58 Festivalaktionen.

Schauspiel, Tanztheater, Konzerte und Aktionen verschiedener Künstler und Institutionen stehen während der Lessingtage nicht nur im Thalia Theater, sondern auch an anderen Orten der Stadt an. Gleich zum Auftakt etwa wollen die Veranstalter in den Deichtorhallen «das Unmögliche versuchen»: Schauspieler und Persönlichkeiten der Stadt bringen Navid Kermanis 1200 Seiten umfassenden Roman «Dein Name» (18.1.) zum Klingen. Dazu verteilen sie sich an den Objekten der dort laufenden «Wunder»-Ausstellung und fächern Facetten des Romans auf.

Auf dem Programm stehen auch besondere Aktionen auf und jenseits der Bühne: «i, Slam» etwa ist eine «Dichterschlacht» für junge Muslime, «Fahr far away» bietet eine Barkassenexpedition zu Lessings «Faust». «Lessings "Faust" ist Spekulationsobjekt, ein Fragment aus wenigen Sätzen, der Inhalt längst vergessen», erklären die Festivalmacher. In seinem Foyer stellt das Thalia Theater zudem während der Lessingtage einen «Gebetomaten» auf, der Gebetstexte gegen Münzeinwurf liefert.

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