Planung: Kosten für den Neubau von Oper und Schauspielhaus steigen auf 364 Millionen Euro.

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Blick auf das charakteristische Straßenbild des Kölner Opernhauses mit angrenzendem Schauspielhaus.

Blick auf das charakteristische Straßenbild des Kölner Opernhauses mit angrenzendem Schauspielhaus.

Stephan Eppinger

Blick auf das charakteristische Straßenbild des Kölner Opernhauses mit angrenzendem Schauspielhaus.

Köln. Nachdem erst jüngst bekannt wurde, dass das Jüdische Museum aus Geldnot kleiner wird als geplant, steht nun das gesamte Kölner Opernquartier vor dem Aus. Das wäre nach dem Einsturz des Stadtarchivs eine neue kulturelle Katastrophe für eine Stadt mit uralter Geschichte.

Baudezernent Bernd Streitberger erklärte, dass das Projekt, das Opern- und Schauspielhaus umfasst, statt der geplanten 230 jetzt 364 Millionen Euro kosten soll. Man könne ein Bauwerk in dieser finanziellen Größenordnung in der heutigen Zeit nicht empfehlen, lautet das "persönliche Fazit" von Streitberger.

Auch Oberbürgermeister Fritz Schramma zeigte sich entsetzt, dass binnen nur zwölf Monaten die Kosten um etwa 60 Prozent gestiegen sind. Er kritisierte scharf die mangelnde Planungsqualität und stoppte das Projekt vorerst. Etwas gewusst haben will keiner der Verantwortlichen.

Die ursprünglichen Planungen, die vom Stadtrat Anfang 2008 abgesegnet wurden, hatten eine Machbarkeitsstudie als Grundlage. Dort ging man von einem Bauvolumen von 355000 Kubikmetern aus und berechnete die Kosten auf 650 Euro pro Kubikmeter, was die Summe von 230 Millionen ergab.

100000 Kubikmeter mehr treiben die Kosten in die Höhe

Der Entwurf der Wettbewerbssieger, JSWD Architekten (Köln) und Chaix & Morel (Paris), belief sich im Sommer 2008 bereits auf 270 Millionen Euro. Doch statt auf neue Module zu verzichten, vergrößerte sich der Raumbedarf um mehr als 100000 Kubikmeter bei gleichzeitigem Anstieg der Kosten pro Kubikmeter.

Als Gründe gab Streitberger neue Verwaltungsvorschriften und technische Normen an. Teurer als geplant wird aber zum Beispiel auch die aufwendige Verankerung des großen Bühnensaals im Schauspielhaus, der um sieben Meter über die Nord-Süd-Fahrt vorkragt. Das alles war laut Streitberger nicht vorhersehbar.

Wie es jetzt weitergeht, weiß niemand. Selbst wenn auf Teilbereiche der Gebäude verzichtet wird, sind die Kosten für das Opernquartier immer noch zu hoch. Damit stehe jetzt das gesamte Vorhaben in Frage, erklärte Streitberger. Mit Experten soll nach Alternativen gesucht werden. In Frage kommen die Bestandssanierung der bestehenden Gebäude oder ein Neubau an anderer Stelle. Viel Zeit bleibt nicht, denn schon für 2013 ist die Neueröffnung von Oper und Schauspielhaus geplant.

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