Theaterintendantin Langhoff äußert sich zur Migrationsdebatte. Foto: Jörg Carstensen
Theaterintendantin Langhoff äußert sich zur Migrationsdebatte. Foto: Jörg Carstensen

Theaterintendantin Langhoff äußert sich zur Migrationsdebatte. Foto: Jörg Carstensen

dpa

Theaterintendantin Langhoff äußert sich zur Migrationsdebatte. Foto: Jörg Carstensen

Berlin (dpa) - In der Migrationsdebatte schreibt die Berliner Intendantin Shermin Langhoff den Theatern eine politische Rolle zu. «Das Theater muss die Fragen stellen. Es muss sagen, was Sache ist», sagte die Leiterin des Maxim Gorki Theaters in einem Interview der «Berliner Zeitung» (Samstag).

Benötigt werde politisches Theater und Zivilcourage, auch von den Intendanzen. «30 000 Menschen sterben vor den Grenzen der Europäischen Union. Die Zivilgesellschaft muss einschreiten gegen die Europa einmauernden Eliten», sagte die 1969 in der Türkei geborene Theatermacherin.

«Wir hatten einmal ein Asylrecht, weil Deutschland wusste, dass es Zeiten gibt, in denen Menschen darauf angewiesen sind, irgendwohin fliehen zu können», sagte Langhoff. «Heute werden an Europas Grenzen Kriege geführt. Es gibt Menschen, die vor ihnen fliehen. Wir stellen uns hin und knallen ihnen die Tür vor der Nase zu, schicken sie zurück in den Tod.» Die Theater sollten versuchen, die Lage dem Publikum so klar wie möglich vor Augen zu stellen. «Wir halten, das ist gute, alte Theatertradition, der Gesellschaft einen Spiegel vor.»

Zur Lage in Berlin mit seinen vielen Zuwanderern sagte die Intendantin, benötigt werde eine neue Berliner Aufklärung. «Eine Aufklärung, die sich nicht als Abgrenzung gegen unaufgeklärte Fremdlinge versteht. Sondern eine Aufklärung, die fähig ist, das Gemeinsame der hier Lebenden zu thematisieren.» Dabei gehe es um die Fragen: «Wer sind wir? Was für ein «Wir» ist das? Wie viele «Wirs» gibt es bei uns? Wie sind wir geworden, was wir heute sind, und welches «Wir» wollen wir werden?»

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