Er ist schon lang kein Typ mehr für gewöhnliche Rollen.

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Christoph Waltz mit seinem Oscar.

Christoph Waltz mit seinem Oscar.

Reuters

Christoph Waltz mit seinem Oscar.

Wien. Mit 53 Jahren ist Christoph Waltz endgültig auf dem Film-Olymp angekommen: Der Österreicher hat nun auch den Oscar gewonnen. "Ich kann euch nicht genug danken. Aber ich kann jetzt damit anfangen. Danke", sagte er in seiner Rede.

Der Part des SS-Oberst Hans Landa sei eine "Jahrhundert-Rolle" gewesen, meint der Schauspieler. Der Dreh mit Regisseur Tarantino für "Inglourious Basterds" sei für ihn ein "Naturereignis" gewesen. Tatsächlich hat der gebürtige Wiener den SS-Mann mit einer solchen Intensität und so großem Feinsinn verkörpert, dass sich viele Kinobesucher und Kritiker einig waren: Christoph Waltz hat Hauptdarsteller Brad Pitt an die Wand gespielt.

Im Moment der Preisvergabe war Christoph Waltz schockiert

Auch Hollywood-Größen überhäuften die Leistung mit Lob: "Absolut, der ist ja wunderbar. Der Waltz wird mit Sicherheit gewinnen", hatte Jürgen Prochnow ("Das Boot") am Oscar-Vortag gesagt - und Recht behalten. Der deutsche Regisseur Tom Tykwer kommentierte: "Also wenn er den nicht gekriegt hätte, das wäre ja wohl ein Witz gewesen."

Waltz selbst bezeichnete in Los Angeles den Rummel um den Oscar als "spannend". Nach der Gala erklärte er im ORF-Fernsehen, er habe eine Art Blackout erlebt. "Ich war schockiert und bin’s vielleicht immer noch. Wenn ich blödes Zeug rede, verzeihen Sie mir bitte", sagte er zu Journalisten.

Im deutschsprachigen Raum gilt Waltz als erste Wahl für schillernde, zwiespältige Charaktere. Er hat den alkoholkranken Schlagerstar Roy Black gespielt ("Du bist nicht allein") und wurde dafür vielfach geehrt. Er brillierte als Amokläufer von Euskirchen ("Tag der Abrechnung") oder als eiskalter Entführer des Industriellensohns Richard Oetker ("Tanz mit dem Teufel"), wofür er den Adolf-Grimme-Preis erhielt.

"Gucken Sie sich meine Visage an", sagte Waltz in einem Interview. "Würden Sie mich für einen Otto-Normal-Verbraucher besetzen?" Zu seiner Rollenauswahl meint der 1956 in Wien geborene Sohn einer Künstlerfamilie: "Das ist auch das Reizvolle in unserem Beruf. Man kann das Verkorkste, das Versteckte, was in jedem von uns begraben ist, je nach Bedürfnis und Rolle herauskitzeln."

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