Das Musical Aladdin feierte am 6. Dezember 2015 seine Europapremiere in Hamburg. Aladdin ist bereits der dritte Disney-Klassiker in Musicalform, den die Produktionsfirma Stage Entertainment auf die Bühne bringt. Wie Der König der Löwen und Tarzan hat Aladdin das Zeug zum Publikumsmagneten. Das Musical hat alle Zutaten, die es dafür braucht: Eine spannende Geschichte, prächtige Kostüme, ein aufwendiges Bühnenbild und tolle Effekte.

Nach New York und Tokio hat es Aladdin nun in Deutschlands Musicalmetropole Hamburg verschlagen. Dort gab das Musical sein Europadebüt im Theater Neue Flora. Die Neue Flora war lange Zeit Spielstätte vom Musical Phantom der Oper. Das Phantom zog nach Oberhausen um. Statt der düsteren Atmosphäre Pariser Opern-Katakomben gibt es nun quirliges Orient-Feeling.

Ein Abenteuer im Morgenland

Das Musical Aladdin ist an den gleichnamigen Zeichentrickfilm von 1992 angelehnt. Wie im Film kann das Publikum mitverfolgen, wie der Straßenjunge Aladdin sein Leben als gutherziger Dieb in der arabischen Stadt Agrabah bestreitet. Immer mit dabei, sein treuer Begleiter der Affe Abu. Im Straßengewirr trifft Aladdin auf Prinzessin Jasmin, die Tochter des Sultans. Er verliebt sich in sie. Doch bis zum Happy End auf dem fliegenden Teppich gibt es für Aladdin viel zu tun. So muss er mit Dschafar, dem bösen Ratgeber des Sultans fertig werden. Unterstützung erhält er dabei vom Dschinni, einem Geist aus der Wunderlampe, der Wünsche erfüllt.

Gespielt wird Aladdin von Richard-Salvador Wolff, einem frischgebackenen Absolventen der Folkwang Universität der Künste in Essen. Gleich beim ersten Casting konnte er mit Charme und Können die Titelrolle ergattern. Prinzessin Jasmin wird von Myrthes Monteiro verkörpert. Maria hat schon in Der König der Löwen und der West Side Story Bühnenerfahrung gesammelt. Mit der Rolle der Prinzessin Jasmin wird für sie ein Kindheitstraum wahr. Als Dschinni ist Enrico De Pieri zu sehen. Er spielt den Lampengeist mit viel Energie und einem komödiantischen Gespür. Nicht zuletzt deswegen werden in die Zuschauer am Ende der Show fest ins Herz geschlossen haben.

Die Rolle des Böswichts Dschafar hat Musical-Schwergewicht Ethan Freeman übernommen. Er spielte u.a. bereits über 1000-mal das Phantom der Oper, trat als Biest in Die Schöne und das Biest und als Lucheni in Elisabeth auf.

Die Musik für Aladdin entstammt der Feder von Tony-Preisträger und achtfachen Oscar-Gewinner Alan Menken. Er vertonte bereits den Aladdin-Zeichentrickfilm und andere Disney-Filme wie Arielle und Pocahontas sowie die Musicals Die Schöne und das Biest und Sister Act. In Aladdin gibt es viel orientalisch angehauchten Swing zu hören und emotionale Liebeslieder. Schließlich ist die Musik im Musical das Mittel der Wahl, um die Emotionen der Zuschauer zu wecken. In Aladdin gibt es aber nicht nur was auf die Ohren, sondern auch was für die Augen. Schon allein das Bühnenbild der Höhle am Anfang der Show überzeugt mit viel Opulenz. Das Bühnenbild ist geschickt ausgeleuchtet und mehrdimensional ausstaffiert, sodass es überall goldig funkelt. Die Kostüme sind ebenso prächtig gestaltet. Zahlreiche Schmucksteine und leuchtende Stoffe sorgen für das 1001-Nacht-Märchenfeeling. Mit etwas Glück kann man als Zuschauer auch ein Stück des zauberhaften Orients mit nach Hause nehmen. In Aladdin wird jede Menge Glitter verwendet. Das sieht schön aus, verteilt sich jedoch leicht im ganzen Theater…

Bildrechte: Flickr Aladdin spies the genie's lamp in the Cave of Wonders in Aladdin, A Musical Spectacular Loren Javier CC BY-ND 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten