Sechs Autoren, die mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert wurden.

Brachte ein altes Thema wieder auf: Helene Hegemann hat abgeschrieben.
Brachte ein altes Thema wieder auf: Helene Hegemann hat abgeschrieben.

Brachte ein altes Thema wieder auf: Helene Hegemann hat abgeschrieben.

dpa

Brachte ein altes Thema wieder auf: Helene Hegemann hat abgeschrieben.

Berlin. Nach den Plagiatsvorwürfen gegen die junge Bestseller-Autorin Helene Hegemann (17, "Axolotl - Roadkill") ist der geschädigte Sukultur-Verlag bereit, ohne große Scherereien eine Einigung mit dem Ullstein Verlag zu erzielen. "Wir haben kein Interesse, das Buch schlechtzureden", sagte der Geschäftsführer des Sukulturverlags, Frank Maleu, und fügte an: "Wenn man aber Dinge von anderen übernimmt, muss man Quellen nennen."

Das Gericht gab Krimi-Autorin Andrea Maria Schenkelrecht

Schon mehrfach sahen sich Schriftsteller in Deutschland mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert: Die Krimi-Bestseller-Autorin Andrea Maria Schenkel etwa hat bei ihrem Werk "Tannöd" nicht abgeschrieben. Das Oberlandesgericht München wies 2009 die Klage eines Sachbuchautors ab. Der hatte behauptet, Schenkel habe aus seinem Buch "Der Mordfall Hinterkaifeck" abgeschrieben. Thema beider Bücher ist ein sechsfacher Mord von 1922. Laut Gericht hat sich Schenkel auf allgemein zugängliche Ermittlungsakten und Zeitungsartikel gestützt.

Auch Erfolgsautor Frank Schätzing wurde 2005 Abkupferei vorgeworfen. Ein Wissenschaftsjournalist hatte ihn angezeigt, weil Schätzing einen Teil von "Der Schwarm" aus Veröffentlichungen im Internet abgeschrieben haben soll. Die Kölner Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren jedoch ein.

Walter Kempowski, ("Tadellöser & Wolff"), soll dagegen abgeschrieben haben. Der Vorwurf von 1990: Teile seines Bestsellers "Aus großer Zeit" stammen aus der Autobiografie des Goldschmieds Werner Tschirch. Kempowski gab zu, die Tschirch-Vorlage als eine von mehreren Quellen benutzt zu haben.

Enthüllungsautor Günter Wallraff änderte 1986 die als Plagiat beanstandeten Stellen in seinem Buch "Ganz unten". Der Schriftsteller sagte, es handele sich einmal um zehn und einmal um 20 Zeilen. "Ich habe mich bei diesen Stellen auf einen Mitarbeiter verlassen."

1986 brachte der Schriftsteller Gerhard Zwerenz den Verlag der Autoren wegen des Bühnenstücks "Der Müll, die Stadt und der Tod" vor Gericht. Das Drama von Rainer Werner Fassbinder gehe auf den Zwerenz-Roman "Die Erde ist unbewohnbar wie der Mond" zurück. Das Landgericht Frankfurt wies die Klage ab.

FC Bayern zahlt 1000 Euro für Sätze wie: "Weiß nicht, was ich sagen soll"

Auch beim FC Bayern wird offenbar abgeschrieben. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung hat Karl-Heinz Rummenigge den Text der Ode an den scheidenden Vereinspräsidenten Franz Beckenbauer 2009 bei der Internet-Reimerin Anette Pfeiffer-Klärle "geklaut". Man einigte sich ohne Gericht: Für Sätze wie "Ich danke Dir ganz toll. Weiß gar nicht, was ich alles sagen soll" zahlte der FC Bayern der "Dichterin" 1000 Euro. Red

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