Reinbek (dpa) - Die Briefe fanden sich im Sperrmüll und auf dem Flohmarkt, aber auch in Nachlässen, Tagebüchern und Lebenserinnerungen. Über zehn Jahre sammelten Falko Hennig und Robert Weber Liebesbriefe ganz normaler Menschen. Entstanden ist so ein einzigartiges Archiv der Alltagsgeschichte.

Ihre Fundstücke haben die beiden jetzt in dem Buch «Ohne Dich ist alles Staub» veröffentlicht. Hundert Jahre und eine wechselvolle deutsche Geschichte decken die Briefe ab, doch in ihren Liebesschwüren und Verzweiflungsausbrüchen, in ihrem Überschwang und Gefühlschaos sind sich die Menschen gleich geblieben. Zu kritisieren bleibt allerdings die Anordnung der Briefe. Die rein chronologische Aneinanderreihung erscheint wenig sinnvoll. Zusammenhängende Korrespondenzen werden so unnötig auseinandergerissen und der Leser muss mühsam selbst die einzelnen Puzzleteile zusammenfügen. Auch hätte man sich, wo immer das möglich ist, mehr Informationen zu den Briefeschreibern gewünscht, immerhin liegen von einigen ja auch Fotos vor.

Falko Hennig, Robert Weber: Ohne Dich ist alles Staub. Vergessene Liebesbriefe aus hundert Jahren. Kindler Verlag, Reinbek, 320 Seiten, 18,95 Euro, ISBN 978-3-463-40628-2

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