Brite schreibt über Pauls Ehrgeiz, Vermögen und Ehen.

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Weltstars unter sich: Dustin Hoffman und Paul McCartney.

Weltstars unter sich: Dustin Hoffman und Paul McCartney.

dpa/Reuters

Weltstars unter sich: Dustin Hoffman und Paul McCartney.

München. Über Millionen von Mädchenbetten hingen Poster mit dem Konterfei des glutäugigen jungen Paul McCartney, dem schönsten der Beatles. Sein Charme brachte die Teenies um den Verstand, seine Musik war der Sound einer ganzen Ära.

Warum der Liverpooler und seine Band auch noch mehr als ein halbes Jahrhundert nach ihren Anfängen neue Generationen faszinieren, erklärt der Brite Howard Sounes jetzt in seiner umfangreichen Biografie „Paul McCartney“.

Sein Geschäftsvermögen beläuft sich auf rund 290 Millionen Euro

„Macca“, so wurde Paul von John Lennon (1940-1980) gern genannt, war der erfolgreichste der Fab Four: McCaertney, Lennon, Ringo Starr und dem 2001 gestorbenen George Harrison. Er blieb als Solist im Geschäft – und auch deswegen, weil er als Komponist zahlreiche Hits – von „Yesterday“ bis zur „Long And Winding Road“ – geschrieben und es verstanden hatte, sein Geld gut anzulegen.

Bei der Scheidung von Heather Mills 2008 belief sich allein sein Geschäftsvermögen auf 290 Millionen Euro – Immobilien, Kapitalanlagen, Barvermögen und Kunst nicht eingerechnet. Niemand – außer ihm selbst vielleicht – hätte gedacht, dass aus dem „blassen Jungen mit Tendenz zu Übergewicht“ einmal einer der erfolgreichsten Popmusiker werden würde.

Sounes’ Biografie enthält so viele Fakten und Meinungen – drei Seiten lang ist im Anhang die Liste seiner Interviewpartner – dass sich McCartneys Lebensgeschichte mitunter in einem Geflecht verwirrender Details verhakt.

Dennoch kommen interessante Fakten zutage: Etwa über das lockere Liebesleben nicht nur der Beatles, sondern auch über deren Frauen: Linda etwa, Pauls spätere Ehefrau, soll mit einem seiner Mitbewohner ins Bett gegangen sein. Zudem wird man über Pauls Lieblingsgetränk (Whisky-Cola), seinen ausgeprägten Familiensinn und den Tag, an dem er Vegetarier wurde, informiert.

Auch wenn in dem Porträt über großes Talent geschrieben und das Gerücht von der Erzfeindschaft zwischen Beatles und Rolling Stones entkräftet wird, widersteht der Autor der Versuchung zu glorifizieren.

Paul ist für ihn ein Ausnahme-Musiker, dessen Charakter Stärken, wie seine Großzügigkeit, aber auch Schwächen wie einen übersteigerten Ehrgeiz und seine partielle Skrupellosigkeit, zeigt. Vor allem überzeugt Sounes durch Kompetenz, denn der Brite versteht etwas von Musik.

Howard Sounes: „Paul McCartney: Das Porträt“; Droemer Verlag 2010, 848 Seiten, 26 Euro.

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