Tanja Kinkel über ihren Roman „Im Schatten der Königin“.

Tanja Kinkel hat 12 Bestseller geschrieben.
Tanja Kinkel hat 12 Bestseller geschrieben.

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Tanja Kinkel hat 12 Bestseller geschrieben.

London. Mit 19 Jahren veröffentlichte Tanja Kinkel ihren ersten Roman, heute verschlingen Millionen Leser ihre akribisch recherchierten Historienschmöker. Für ihren neuen Roman "Im Schatten der Königin" gibt sie Einblick in ihre Arbeit.

Fantasie ist ihre Königsdisziplin: Morgens um 9Uhr kann sie am Londoner Bahnhof Waterloo zielsicher durch Ticketschranken und schnatternde Touristengruppen navigieren und sich gleichzeitig in Fleisch und Blut von Elizabeth I. hineinfühlen.

"Meine Arbeit beginnt mit dem Lesen von Biographien und historischen Quellen", sagt sie. Und sie besucht Orte, an denen ihre Romane spielen. Hampton Court, Landsitz der Royals aus der Tudor-Zeit, ist heute ihr Ziel. Für ihren 13. Roman wollte sie außerdem die Galerie sehen, auf der Elizabeths Vorgängerin um ihr Leben flehte, bevor Monarchengatte Henry VIII. sie köpfen ließ.

Die Szene, die Elizabeth als Kind miterlebte, dürfte eine der Schlüsselerfahrungen zu ihrem Charakter sein, den Kinkel psychologisch glaubhaft rekonstruiert. Doch die Königin bleibt in dem 400-Seiten-Roman zunächst nur Nebenfigur. Vielmehr rollt Kinkel den größten und historisch verbrieften Skandal aus dem Jahr 1560 neu auf: den Tod der weitestgehend unbekannten Amy Robsart. Aus zwei Perspektiven nähert die Autorin sich der Geschichte - über Thomas Blount, der herausfinden muss, wie die Frau seines Herrn umgekommen ist und über Kat Ashley, Gouvernante der Königin. Dass der Mann der Toten sich Hoffnungen auf die Hand der Königin macht und ihm seine Frau dabei im Weg steht, wird schnell klar. Doch Blount hat sich zu Amys Tod selbst Vorwürfe zu machen, während der tödliche Treppensturz in Oxfordshire allmählich die Macht der Königin gefährdet.

Die Romanfiguren waren im echtenLeben nur Randexistenzen

Die Autorin, die ihr neues Buch mit schnellen Dialogen und authentischem Klassensnobismus spickt, kommt es gerade recht, dass ihre Figuren zu Lebzeiten nur Rand-Existenzen waren. "Mich hat es fasziniert, eine noch unbeleuchtete Geschichte zu bieten." Die Neuerscheinung dürfte auch Historiker wird Kinkels Theorie zum noch immer ungelösten Rätsel um Amy Robsarts Tod interessieren.

Tanja Kinkel: "Im Schatten der Königin", 424 Seiten, Droemer Knaur

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