Bridget Jones ist zurück. Autorin Helen Fielding hat das Leben der Romanheldin aber verändert: Sie ist jetzt Witwe.

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Goldmann

Stuttgart. Die gute Nachricht zuerst: Bridget Jones ist zurück. Die schlechte: Ihr geliebter Mark Darcy ist tot. 14 Jahre nach dem Bestseller „Schokolade zum Frühstück“ hat Autorin Helen Fielding nachgelegt und das mittlerweile dritte Buch um die schrullig-liebenswerte Bridget Jones veröffentlicht. Ähnlich wie die Leserinnen von damals hat sich aber auch die Romanheldin weiterentwickelt: Die ist in „Verrückt nach ihm“ 51, Mutter zweier Kinder – und Witwe.

In Großbritannien, wo das Buch bereits unter dem Titel „Mad about the Boy“ erschienen ist, währte die Freude über das Comeback daher nur kurz. Mark Darcy, Bridgets große Liebe, soll tot sein? Das sorgte auf der Insel zunächst für Bestürzung.

Fielding: Es war, als ob tatsächlich jemand gestorben ist

Am wenigsten mochte es wohl Schauspieler Colin Firth glauben, der Darcy in den Buchverfilmungen verkörpert. Er erfuhr am Telefon von seinem Tod, wie die Autorin dem „Time“-Magazin verriet. „Es war, als ob tatsächlich jemand gestorben ist“, erzählte Fielding dem Blatt. „Ich hätte fast gesagt: Mein herzliches Beileid.“

Am Montag kommt das Buch hier in die Läden, und wer Bridget Jones kennt, der weiß: Allzu viel Zeit zum Trauern bleibt nicht. Tatsächlich nimmt der Tod im Buch nur eine Nebenrolle ein. Er wird lediglich in Rückblenden erzählt. Erst nach und nach erfährt der Leser, was mit Darcy geschehen ist.

Bridget Jones quält sich mit Zumba und probiert Online-Dating

Ansonsten ist eigentlich alles beim Alten: In bekannter Tagebuchform listet Bridget auch als Mutter ihre kleinen und größeren Kalorien-Sünden auf, wartet auf SMS von Männern und greift natürlich auch modisch öfter mal daneben.

Immerhin einen früheren Liebhaber hat Fielding leben lassen: Casanova Daniel Cleaver – im Film gespielt von Hugh Grant – ist mittlerweile Patenonkel ihrer beiden Kinder. Grundlegend geändert hat er sich natürlich nicht. Sein Alkoholkonsum endet in der Klinik, nachdem er eine Flasche Spülmittel mit grünem Schnaps verwechselt hat.

Und sonst? Ist Bridget in der Jetzt-Zeit angekommen: Über Dating-Portale („eine Art Süßwarenladen für Erwachsene“) sucht sie einen Mann, legt sich einen mehr als 20 Jahre jüngeren Toyboy zu, geht zum Zumba („Ringelpietz ohne Anfassen“) und führt Protokoll über die Zahl ihrer Follower auf Twitter. Mit Gewichtsproblemen hat sie natürlich noch immer zu kämpfen. Zwischenzeitlich landet sie sogar in einer Abspeck-Klinik.

Das alles ist ähnlich komisch und mit derselben Leichtigkeit geschrieben wie die beiden Vorgängerromane. Sprich: Wer Bridget Jones mag, wird auch „Verrückt nach ihm“ lieben – und mit rund 500 Seiten Lesefutter für die lange Wartezeit mehr als entschädigt.

» Helen Fielding, „Verrückt nach ihm“, Goldmann-Verlag, 512 Seiten, 14,99 Euro, ab 17. März erhältlich

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