London (dpa) - Für seine «lebhafte Wiedergabe» der Ära kurz vor der französischen Revolution ist der britische Autor Andrew Miller mit dem Costa Book Award gewürdigt worden. Insgesamt bekommt er 35 000 Pfund (42 000 Euro), 5000 Pfund für den Sieg in seiner Kategorie, und zusätzlich 30 000 Pfund, weil sein Buch als bestes von allen fünf Gewinnern der Unterkategorien gewertet wurde.

In dem Historienroman «Pure» wird ein junger Ingenieur nach Paris abberufen, um dort einen zerfallenden und überbelegten Friedhof abzureißen. Der Roman sei stylisch und fesselnd, hieß es bei der Preisvergabe am späten Dienstagabend in London.

Die Jury war in ihrer Entscheidung gespalten, um Haaresbreite hätte der Favorit Matthew Hollis mit seiner Biografie über den Dichter Edward Thomas gewonnen. Der 51 Jahre alte Miller betonte, mit dem Preisgeld werde er sich zwar den einen oder anderen «frivolen» Luxus wie etwa ein Paar Schuhe gönnen. Vor allem aber wolle er es in seinen Lebensunterhalt stecken, um ein neues Buch schreiben zu können.

Die Auszeichnung gibt es in dieser Form seit 1971, sie gehört zu den bekanntesten in Großbritannien. 2006 wurde sie von Whitbread Literary Awards in Costa Book Awards umbenannt.

Die deutsche Übersetzung von «Pure» wird 2013 im Zsolnay Verlag erscheinen, wie das Haus am Mittwoch mitteilte. Dort seien bisher alle Bücher Millers in deutscher Sprache herausgekommen, unter anderem «Die Gabe des Schmerzes», «Die zehn oder fünfzehn der glücklichsten Momente des Lebens» oder «Optimisten».

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