Düsseldorf. Wird Bella endlich zum Vampir werden und ewig mit Edward zusammenleben können? Auf die Antwort haben Millionen Bis(s)-Fans in Deutschland seit vier Jahren gewartet. Am Samstag, pünktlich zum Valentinstag, bekommen sie endlich eine Antwort: Mit dem vierten Band der Bis(s)-Reihe bringt die amerikanische Erfolgsautorin Stephenie Meyer (36) eine Geschichte zu Ende, die vor allem Mädchen und junge Frauen weltweit in ihren Bann gezogen hat.

Die ersten drei Bände haben eine Auflage von 26 Millionen Exemplaren weltweit, die Verfilmung des ersten Buches ("Twilight") füllt seit Wochen die Kinosäle in Deutschland. Was macht die Faszination dieser Geschichte aus? Es sind vor allem die klug konstruierten Charaktere, die mit- und gegeneinander agieren. Eine kleine Einführung in die Welt der Vampire und Werwölfe:

Edward Cullen: sexy, stark und dabei zutiefst anständig

Edward droht 1918 an einer Seuche zu sterben. Carlisle, der bereits Vampir ist, macht den 18-Jährigen zu einem der Seinen. Die Cullen-Sippe zieht alle Jahre wieder um, damit niemand merkt, dass die Kinder nicht aus dem Highschool-Alter herauskommen. Alle seine Geschwister haben einen Partner gefunden, nur Edward noch nicht. Als er Bella trifft, bekommt sein Leben als Untoter endlich Sinn.

Bella Swan: schüchtern, tollpatschig und kompromisslos

Bella (17) zieht aus dem sonnigen Phoenix ins verregnete Forks zu ihrem Vater Charlie, weil ihre Mutter neu verheiratet ist und ihr mit ihrem Übermut auf die Nerven geht. Bella sieht Edward in der neuen Schule und ist sofort verliebt. Doch Edward blockt ab und verschwindet - das Verlangen nach Bellas Blut ist zu groß. Bald gibt er seinen Widerstand auf, bleibt aber übervorsichtig und ist der Bremser beim Austausch von Zärtlichkeiten. Bella weiß, dass es für sie im Leben nur noch Edward gibt: "Ich war bedingungslos und unwiderruflich in ihn verliebt." Sie will Vampir werden.

Jacob Black: nett, niedlich und hitzköpfig

Bella lernt Jacob im ersten Band kennen, als sie mit Schulfreunden einen Ausflug zum benachbarten Strand von La Push macht. Er ist sofort hin und weg von ihr. Bella findet ihn nett, will aber vor allem etwas über Edward erfahren. Jacob gehört zum Indianerstamm der Quileute. Nach und nach zeigt sich, dass Jacob und seine Freunde sich in Werwölfe verwandeln können, um die Gegend vor Vampiren zu schützen. Mit den Cullens gibt es eine Abmachung, dass die Grenze zwischen Forks und La Push von keinem überschritten wird. Die Liebe zu Bella macht Edward und Jacob schließlich zu Verbündeten, wenn auch nicht zu Freunden.

Carlisle Cullen: herzlich, mitfühlend und beherrscht

Am Samstag erscheint der vierte und voraussichtlich letzte Band der Bis(s)-Bücher: "Bis(s) zum Ende der Nacht". Und es geht nochmal richtig rund auf 788 Seiten. Bella und Edward heiraten und verbringen Flitterwochen auf einer einsamen Insel. Bella ist (noch) kein Vampir. Diese Flitterwochen werden vor allem für Rosalie und Jacob nachhaltige Folgen haben. Und nicht nur für diese beiden: Die ganze Vampirwelt gerät in Aufruhr.

Auch wenn man Stephenie Meyer den Vorwurf machen kann, sehr einfach und ohne große Finesse zu schreiben, fügt sie im letzten Band alle Erzählstränge gekonnt zusammen. Das Ende ist nicht vorauszuahnen und man kann das Buch wieder kaum aus der Hand legen. Wer es nicht glaubt, sollte es selbst ausprobieren: Auch wenn sich diese Geschichte reichlich trivial und pubertär anhört: Beim Lesen gewinnt sie schnell ihre eigene Dynamik und wirkt plötzlich sehr real. Massenvermarktung hin oder her: Stephenie Meyer ist eine begnadete Geschichtenerzählerin. Dass sie keine Schriftstellerin ist, macht deshalb gar nichts.

Die gute Seele der enthaltsam lebenden Vampire: Carlisle Cullen, für immer 33 Jahre alt, ist als Vampir so selbstbeherrscht, dass er als Chirurg in einem Krankenhaus arbeiten kann. Er kennt die Vampirwelt so gut wie kein anderer. Stets behält er einen kühlen Kopf, hat aber trotzdem Herz. Er nimmt Bella sofort in der Familie auf und findet behutsam heraus, ob sie wirklich bereit ist, ein Vampir zu werden.

Charlie Swan: verstockt, einfach und unsicher

Bellas Vater ist der Scherenschnitt des liebenden, aber ahnungslosen Vaters. Er kann schlecht über Gefühle reden und fühlt sich mit einer pubertierenden Tochter im Haus restlos überfordert. Er arbeitet als Polizist in Forks und ist glücklich, wenn er mit einem Bierchen vor dem Fernseh-Gerät sitzen und Football schauen kann. Er ahnt nicht, dass die Cullens Vampire sind. Seine Warnungen, dass Bella vorsichtig mit Jungs sein soll, wirken deshalb sehr rührend. Wenn der wüsste!

Alice Cullen: hibbelig, voraussehend und positiv

Im Haus der Cullens ist Alice für die gute Laune zuständig. Sie ist für immer 19, liebt es auf Shopping-Tour zu gehen und Parties zu organisieren. Sie nimmt Bella überschwänglich in der Familie auf, weil sie mit ihrer missmutigen Schwester Rosalie nicht viel anfangen kann und endlich mit jemandem die Freuden des Teenager-Daseins teilen möchte. Alice hat Visionen von Dingen, die geschehen werden. Das hat allerdings auch seine Tücken.

Jasper Cullen: still, undurchdringlich und treu

Jasper ist eine treue Seele und sehr still, denn er kann die Emotionen von Menschen in seinem Umfeld mitfühlen - das kann beklemmend sein. Er hat eine schreckliche Vergangenheit, deshalb fehlt ihm manchmal die Selbstkontrolle. Als Bella sich schneidet und blutet, geht er auf sie los - die anderen Cullens verhindern den Angriff in letzter Sekunde.

Emmett Cullen: Witz- und Raufbold, einfach gestrickt

Rosalies Ehemann stellt sich keine Fragen. Er lebt in den Tag hinein, macht gerne Späße und ist ein ziemlicher Macho. Er mag Bella, sagt das aber nicht zu laut, um keinen Stress mit seiner Frau zu bekommen.

Rosalie Cullen: zickig, frustriert und arrogant

Rosalie ist neben Edward der komplexeste Charakter der Cullens. Sie kann Bella nicht leiden - weil sie ihre Sterblichkeit beneidet. Sie leidet darunter, keine Kinder zu haben und will verhindern, dass Bella ihr Leben wegwirft und freiwillig zum Vampir wird.

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