Mit Kluftinger durch Deutschland
Kommissar Kluftiunger hat zwei geistige Väter: Volker Klüpfel (l) und Michael Kobr. Foto: Tobias Hase

Kommissar Kluftiunger hat zwei geistige Väter: Volker Klüpfel (l) und Michael Kobr. Foto: Tobias Hase

dpa

Kommissar Kluftiunger hat zwei geistige Väter: Volker Klüpfel (l) und Michael Kobr. Foto: Tobias Hase

München (dpa) - Volker Klüpfel und Michael Kobr sind viel unterwegs. Das hat das Allgäuer Autorenduo dem Kriminalkommissar Kluftinger zu verdanken. Klufti ist Kult und begeistert Millionen Leser.

Seine geistigen Väter reisen deshalb quer durch die Republik und füllen mit ihren kabarettistischen Lesungen zwischen Kiel und Konstanz die Säle. Was die beiden bei ihren Reisen und Auftritten erleben, erzählen sie in ihrem neuen Buch «Zwei Einzelzimmer, bitte!». Als Anhang gibt es noch ein paar Kurzgeschichten mit Kluftinger.

Immer wieder werden Klüpfel und Kobr gefragt, wie man zu zweit einen Krimi schreibt und wer für welche Passagen verantwortlich ist. In ihrem neuen Buch gibt es dieses Rätselraten nicht. Denn anders als in den Romanen hat diesmal jeder Autor seine eigenen Kurzgeschichten geschrieben. Und wie zu erwarten, erkennt man bei beiden den frechen, teilweise auch bissigen Humor und lockeren Schreibstil - genau die Mischung, die den Erfolg der Kluftinger-Serie ausmacht. Mit einem Schmunzeln liest man dabei von ungeliebten Mitreisenden im Zug, von einer Begegnung mit den Eingeborenen in Wien, von der Fotografenmeute bei einer Promi-Veranstaltung und der Suche nach einer dezenten Literatenbrille.

Manche Episoden wirken dagegen etwas fehl am Platz und ihr Witz eher gezwungen. Etwa, wenn Klüpfel seine technischen Schwierigkeiten mit dem Computer beschreibt. Oder wenn Kobr sich über sein gespaltenes Verhältnis zu Fußballgroßveranstaltungen auslässt. Alles in allem ist das Buch aber sehr unterhaltsam. Es zeigt, dass die Autoren nicht nur viel Spaß am Schreiben haben. Auch die Herausforderung, sich als bodenständige Allgäuer in der Fremde zurechtzufinden, scheint ihnen Freude zu bereiten. Das wird besonders deutlich an den rund 60 Schwarz-Weiß-Fotos aus Klüpfels und Kobrs Privatarchiv, die auf ihren Lesereisen entstanden sind. Dass deren Qualität nicht die allerbeste ist, stört dabei nicht. Die Bildtexte sind dafür umso gelungener.

Klüpfel und Kobr sind seit der Schulzeit befreundet. Die Idee, zusammen ein Buch zu schreiben, entstand vor etwa elf Jahren. Auch damals waren die beiden unterwegs - auf einer langen Autofahrt von Hannover ins Allgäu. Die tragende Figur, der kauzige aber sympathische Kommissar Kluftinger, war schnell in den Köpfen der Freunde geboren. Damit begann eine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte: Das Erstlingswerk «Milchgeld» war 2003 ein Überraschungserfolg. Aber auch die Fortsetzungen - im Juni dieses Jahres erschien bereits der sechste Kluftinger-Roman - haben es in die Bestsellerlisten geschafft. Das Autorenduo hat bereits mehrere Preise gewonnen.

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