Die Band bringt nach vier Jahren ein neues Album mit bombastischen Klängen raus. Eigenen Wein hat die Band jetzt auch.

Musikszene
Blind-Guardian-Sänger Hansi Kürsch (li.) zeigt das neue Album der Krefelder Band, Gitarrist Marcus Siepen präsentiert das bandeigene Tröpfchen „Red Mirror“.

Blind-Guardian-Sänger Hansi Kürsch (li.) zeigt das neue Album der Krefelder Band, Gitarrist Marcus Siepen präsentiert das bandeigene Tröpfchen „Red Mirror“.

David Young / dpa

Blind-Guardian-Sänger Hansi Kürsch (li.) zeigt das neue Album der Krefelder Band, Gitarrist Marcus Siepen präsentiert das bandeigene Tröpfchen „Red Mirror“.

Krefeld/Düsseldorf. Wenn in der nächsten Woche die neuen deutschen Media-Charts veröffentlicht werden, dann stellen sich Hansi Kürsch, Marcus Siepen, André Olbrich und Frederik Ehmke nur ein Frage – auf welchem der ersten drei Plätze sie mit ihrem neuen Album „Beyond the red mirror“ wohl landen werden. Mehr als vier Jahre haben sich die vier Krefelder mit ihrer Band Blind Guardian Zeit gelassen, um ihre mittlerweile zehnte Studio-CD vorzulegen.

Seit fast 30 Jahren kann sich das Metal-Quartett inzwischen auf seine treuen Fans in der ganzen Welt verlassen. „Wir sind eigentlich ein Familienbetrieb. Wer einmal dazu gehört, der bleibt. Das gilt auch für unser Umfeld“, sagt Kürsch, der wie seine Bandkollegen langsam aber sicher auf die 50 zugeht.

Die Vier kennen sich seit der Schulzeit und beschlossen schon frühzeitig, ihr Geld mit Musik zu verdienen. Mit jeder Menge Fantasie haben es die Krefelder geschafft, sich ihren Traum zu erfüllen. Denn auf ihren Alben erzählen sie komplexe Geschichten, bei denen Schwermetall-Klänge mit klassischen musikalischen Elementen vermischt werden. Besonders bombastisch inszeniert ist „Beyond the red mirror“.

Zwei 90-Mann-Orchester aus Prag und Ungarn wirkten bei den Aufnahmen mit, dazu zwei große Chöre aus Boston und Budapest. Die Geschichte erzählt von zwei Welten, die nur noch durch eine Pforte, einen roten Spiegel, verbunden sind. Tyrannen, Götter und der heilige Gral werden mit einem epischen Sound in Szene gesetzt.

„Vollmundig, aber verspielt. Genau wie die Band.“

Hansi Kürsch, Sänger von Blind Guardian

„Ein Lob vom Dirigenten haben wir für unsere Kompositionen noch nie bekommen“, so Marcus Siepen, „aber wenn es sportiv wird, hat das Orchester Spaß.“ Die neue Platte ist praktisch eine Fortsetzung von „Imaginations from the other Side“ aus dem Jahr 1995. Auf der Welttournee, die im April beginnt, werden Blind Guardian auf Keyboard-Sound ausweichen müssen, denn ein großes Orchester ist nicht zu finanzieren.

Gegründet wurde die Band 1987 in Krefeld als Nachfolge-Projekt der Gruppe „Lucifers Heritage“ von Marcus Siepen (2.v.l.n.r.), Hansi Kürsch, und André Olbrich. Ledilglich Schlagzeuger Frederik Ehmke (li.) stieß erst später dazu.

Die ersten Alben gelten stilistisch als Speed Metal. Danach begannen Blind Guardian damit, zunehmend klassische Elemente zu übernehmen und entwickelten sich zu einer „Progessive-Metal-Formation“. Weitere Infos im Internet unter der Adresse:

blind-guardian.com

Eineinhalb Jahre lang sind die Krefelder unterwegs, von Nordamerika über Japan bis nach Russland reicht der Tourneeplan. Damit die vier Familienväter das durchhalten, absolvieren alle ein Fitness-Programm. Siepen: „Sonst geht das nicht. Jeder hat sein eigenes System, ich gehe regelmäßig aufs Laufband.“ Egal, ob das neue Album den Sprung an die Spitze der Charts schafft oder nicht.

Die Musiker werden mit einem ganz besonderen Rotwein anstoßen. Denn zeitgleich mit der neuen CD hat Blind Guardian seit Freitag ihren eigenen Wein, der passend zum Titel „Red Mirror“ (Roter Spiegel) heißt. Den hat das Quartett zusammen mit dem Düsseldorfer Michael Spreckelmeyer entwickelt, der auch schon Rockstars wie AC/DC, den Rolling Stones oder Kiss zur eigenen Wein-Marke verholfen hat. Hansi Kürsch: „Der ist vollmundig, aber verspielt. Genau wie die Band.“

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