Akademie für Jugendliteratur ehrt die 81-Jährige.

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Fühlt sich noch fit: Schriftstellerin Gudrun Pausewang.

Fühlt sich noch fit: Schriftstellerin Gudrun Pausewang.

dpa

Fühlt sich noch fit: Schriftstellerin Gudrun Pausewang.

Schlitz/Volkach. Die hessische Schriftstellerin Gudrun Pausewang wird von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Die 81-Jährige aus dem osthessischen Schlitz erhält den Großen Preis 2009, bestätigte die Akademie am Montag.

Die mit 3000 Euro dotierte Ehrung werde ihr am 13. November bei einem Festakt am Akademie-Sitz im unterfränkischen Volkach überreicht. Bekannt wurde Pausewang in den 1980er Jahren mit Büchern über die atomare Bedrohung und die Armut in Südamerika.

Die Auszeichnung der Akademie wird jedes Jahr für herausragende Leistungen von Autoren, Übersetzern und Illustratoren, aber auch von Verlegern, Wissenschaftlern, Kritikern und Institutionen vergeben. Die Akademie wurde 1976 gegründet und widmet sich der Förderung der Kinder- und Jugendliteratur.

Für ihren erfolgreichsten Roman "Die Wolke", der von einer Reaktorkatastrophe handelt, erhielt Pausewang 1988 den Deutschen Jugendliteraturpreis. Das Buch erreichte nach Verlagsangaben eine Auflage von über einer Million Exemplaren. Es wurde auch schon verfilmt (2006).

Zu Pausewangs wichtigsten Werken gehören außerdem "Die letzten Kinder von Schewenborn" (1983) und "Die Not der Familie Caldera" (1977). Die ehemalige Lehrerin arbeitet seit 1958 als Autorin und brachte knapp 90 Bücher heraus - für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Vier starke Themen, vier Mal eine harte Nuss

"Gudrun Pausewang hat Herausragendes geleistet. Ihr Gesamtwerk hat einen beachtlich Umgang", sagte der Vizepräsident der Akademie, Franz-Josef Payrhuber. Die Autorin habe sich für zeitgeschichtliche Themen engagiert und diese in literarischer, ästhetischer und qualitativ guter Form zu Papier gebracht. Vor Pausewang bekamen Otfried Preußler, Michael Ende, Paul Maar, Willi Fährmann und zuletzt Kirsten Boie diesen Preis.

"Ich freue mich sehr darüber", sagte Pausewang in Fulda. Sie sehe sich trotz ihres Alters von 81 Jahren noch lange nicht am Ende ihres Lebenswerks. "Ich fühle mich durchaus noch gut und werde weiterschreiben, solange der Kopf noch funktioniert." Antrieb für ihr Wirken, sei der Versuch, das "Lesen bei den zukünftigen Erwachsenen zu fördern" und "Jugendliche mit den Problemen unserer Zeit zu konfrontieren".

In ihrem mehr als 50 Jahre währenden Wirken wählte Pausewang vorzugsweise vier Themenbereiche: "Nie wieder Krieg" und "Gegen Nationalsozialismus und Neonazismus", umreißt sie stichwortartig. Daneben beschäftigt sie sich mit dem "Schutz der Umwelt" und dem "Elend in Südamerika". Mit der Armut dort kam sie im Laufe ihres Lebens oft in Kontakt. Von 1956 an arbeitete sie als Lehrerin für Deutsch und Kunsterziehung rund 13 Jahre in Chile, Venezuela und Kolumbien.

Den Schritt, als Schriftstellerin zu arbeiten, wagte die 1928 im heute tschechischen Mladkov geborene Schriftstellerin erst spät: "Ich habe 30 Jahre gebraucht, um den Mut aufzubringen, mein erstes Manuskript abzugeben", scherzte sie. Dass sie nun in einem Alter ist, in dem sie für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wird, nimmt die 81-Jährige gelassen: "Ich nehme es, wie es kommt." Insgeheim habe sie schon mit dieser Ehrung gerechnet.

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