173 Episoden lang hat Kommissar Wolff (Jürgen Heinrich) sein Leben für Sat.1 riskiert - jetzt macht er weiter. Foto: Britta Pedersen
173 Episoden lang hat Kommissar Wolff (Jürgen Heinrich) sein Leben für Sat.1 riskiert - jetzt macht er weiter. Foto: Britta Pedersen

173 Episoden lang hat Kommissar Wolff (Jürgen Heinrich) sein Leben für Sat.1 riskiert - jetzt macht er weiter. Foto: Britta Pedersen

dpa

173 Episoden lang hat Kommissar Wolff (Jürgen Heinrich) sein Leben für Sat.1 riskiert - jetzt macht er weiter. Foto: Britta Pedersen

Berlin (dpa) - Schüsse. Schwer verletzt bricht Kommissar Andreas Wolff zusammen, der Körper haucht das Leben aus, die Augen schließen sich, aber plötzlich ist noch ein leichtes Zwinkern zu erkennen.

Das war die letzte szenische Einstellung am 24. Mai 2006, als die Serie «Wolffs Revier» zum Abschluss nach 14 Jahren Laufzeit und 173 Folgen bei Sat.1 über den Bildschirm lief. So richtig tot war Wolff aber nicht. Schauspieler Jürgen Heinrich hatte sich auch bis zum bitteren Ende gegen den Heldentod gestemmt.

Mit Erfolg. Denn vor mehr als einem Jahr erkannte der inzwischen von Wolffs Schauplatz (Berlin) nach München umgezogene Privatsender Sat.1, dass in dem Stoff der 90er Jahre noch Potenzial steckt und reaktivierte den mittlerweile 66-jährigen Hauptdarsteller und auch Teile der alten Crew. Die Produzenten des neuen Films «Wolff - Kampf im Revier» (Sat.1, 17. Januar, 20.15 Uhr), Christian Popp und Sigi Kamml, standen früher im Dienst der Nostro-Film und sind jetzt beim Unternehmen Producers at Work, das zur ProSiebenSat.1 Media AG gehört.

Jürgen Heinrich, geboren in der DDR und nach seinem SED-Austritt aus Protest gegen den Einmarsch sowjetischer Truppen nach Afghanistan 1985 ausgebürgert, ist wieder Wolff, auch wenn er nicht mehr im Polizeidienst steht. Leicht in Trance wacht er zu Beginn des Pilotfilms, der bei Erfolg zu einer Krimireihe mit Episoden in Spielfilmlänge ausgebaut werden soll, in einer Badewanne auf. Wolff ist in der Spielhandlung längst nicht mehr im Polizeidienst aktiv, ist nur noch als gelegentlicher Dozent tätig.

«Wolffs Revier» kann der Film also nicht heißen, weil Wolff kein (Haupt-)Kommissar mehr ist und seinen Job dem jüngeren Kollegen Marck (Stephan Luca) und seiner Kollegin Vicky (Nadeshda Brennicke) hat überlassen müssen. Weil Wolff drogenabhängig ist, gerät er in Verdacht, als ein Dealer kaltblütig umgelegt wird. Wolff, ganz der Eigenbrötler, wird in Tatortnähe entdeckt und von Marck verfolgt. Wolff aber bewegt noch ein anderes Problem: Seine Tochter Verena, wieder gespielt von der mittlerweile 34-jährigen Nadine Seiffert, ist entführt worden. Die Spur führt in Polizeikreise.

Wolff ist Heinrich, Heinrich ist Wolff. Muss er bald wieder abtreten, wenn Kommissar Marck sich in seinem Revier eingelebt hat? «Da mach ich mir keine Sorgen», sagt Wolff im dpa-Interview. «Andreas Wolff ist zwar nicht mehr als Hauptkommissar tätig. Aber allein die Tatsache, dass es Wolff wieder bei Sat.1 gibt, stimmt mich optimistisch, wenn die Quote stimmt. Die ist auch für den Neuen lebensnotwendig.» Schon damals, sagt Heinrich, sei die Serie gegen seinen Willen beendet worden. Und das wolle er nicht noch einmal erleben.

Das Recyceln alter Titel im TV klappt nicht immer. So übernahm das ZDF zwei Klassiker von Sat.1: «Der Bergdoktor», bei dem Hans Sigl als neuer Hauptdarsteller eingesetzt wurde, wurde ein Erfolg - die Serie ist auf das gesetztere ZDF-Publikum zugeschnitten. Weniger Glück hatte das ZDF mit «Kommissar Rex». Weil die Geschichten nicht mehr im vertrauten Österreich spielten, sondern in Italien, und dann noch mit anderem Personal, mied das Publikum die Serie.

Über eine Fortsetzung von Wolffs Rückkehr werden allein die Einschaltquoten am Dienstag entscheiden. Das nächste Experiment bei Sat.1 folgt schon eine Woche darauf: Anja Kling ist Hannah Mangold, Hauptdarstellerin in einem Kriminalfilm, von dem sich Sat.1 auch einen guten Serienstoff verspricht.

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