Ausstellung 'Peter Paul Rubens'
Der Museumsdirektor des Von der Heydt-Museums Gerhard Finckh

Der Museumsdirektor des Von der Heydt-Museums Gerhard Finckh

dpa

Der Museumsdirektor des Von der Heydt-Museums Gerhard Finckh

Wenn ich mir als Kind von meiner Mutter einen Adventskalender erbettelt hatte, interessierte mich daran weniger die Abbildung der Weihnachtsgeschichten als vielmehr die Schokolade, die sich hinter Fensterchen und Türchen verbarg. Heute ist das anders. Jetzt ist „mein“ Museum, das Von der Heydt-Museum Wuppertal, auch mein Adventskalender. Hinter (fast) jeder Tür verbirgt sich hier ein Kunstwerk. So gehe ich in diesem Advent jeden Tag in der Früh’, bevor die Besucher das Haus mit Leben und Lärm erfüllen, durch unsere Rubens-Ausstellung, um mir jeweils ein Bild ganz genau und in Ruhe anzusehen. Rubens hat sich in seinen Gemälden eingehend mit den Geschichten der Heiligen und mit biblischen Gestalten beschäftigt.

Da nimmt es nicht Wunder, dass hier auch mehrere Bilder zu sehen sind, die die Krippe, die Heiligen Drei Könige, Maria und Joseph und die Menschwerdung Christi zeigen. Daneben finden sich natürlich auch andere Bilder, die sich mit Rubens’ Gegenwart, dem 30-jährigen Krieg, beschäftigen. Auch die sehe ich mir genau an und bin immer wieder überrascht, wie es diesem Malergenie gelungen ist, den Trubel und die Kriege der lauten Welt einerseits und die „himmlische“ Ruhe andererseits so vollkommen darzustellen. Auf diese Weise hilft mir mein „begehbarer Adventskalender“, die Hektik der Vorweihnachtszeit für kurze Zeit auszublenden, und führt mich Tag für Tag zu größerer Ruhe.

Gerhard Finckh, Leitender Direktor des Von der Heydt-Museums Wuppertal

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