Eigentlich sollte man im Leben lieber nach vorne schauen, als ständig in der Vergangenheit zu leben. Besonders in der Zeit um Weihnachten und Neujahr nehmen sich die Menschen dies zu Herzen und versuchen, mit den üblichen Neujahrsvorsätzen gut in das neue Jahr zu starten. Doch manchmal ist es sinnvoller, über das Vergangene nachzudenken, anstatt immer wieder aufs Neue die gleichen Fehler zu machen.

Menschen wollen gesundheitsbewusster leben
Im neuen Jahr soll alles besser werden: „Weniger Alkohol trinken“ und „mit dem Rauchen aufhören“ sind Klassiker der Neujahrsvorsätze und standen auch fürs laufende Jahr auf der Liste vieler Menschen. Eine Umfrage von YouGov zu den Vorsätzen für 2017 zeigt, dass den Deutschen besonders die Gesundheit am Herzen liegt:

Infografik: Jeder Zweite will 2017 mehr Sport treiben | Statista

Jeder Zweite hatte sich demnach für 2017 vorgenommen, mehr Sport zu treiben, dicht gefolgt vom Abnehmen (46 Prozent) und gesünderer Ernährung (41 Prozent). Sich sozial stärker einzubringen, wollen jedoch nur 22 Prozent (Mehr Zeit mit der Familie verbringen), beziehungsweise 18 Prozent (Mehr Zeit mit Freunden verbringen). Mittlerweile kann jeder, der sich Vorsätze für das Jahr 2017 gesetzt hatte, einschätzen, ob er seine persönlichen Ziele erreicht hat oder nicht.

Vorsätze scheitern an unrealistischen Zielen
Dass nur die wenigsten Menschen ihre Vorsätze tatsächlich in die Tat umsetzen, ist für Prof. Dr. Ralf Schwarzer, Leiter der Abteilung für Gesundheitspsychologie an der FU Berlin, nicht verwunderlich. Schließlich sei nicht der Vorsatz an sich das Problem, sondern die Organisation und der Glauben an die eigenen Fähigkeiten. Man neigt also dazu, sich zu hohe Ziele zu stecken, und ist dann beim Rückblick auf das abgelaufene Jahr unzufrieden mit sich selbst, weil man diese nicht einhalten konnte.

Laut der britischen Gesundheitsorganisation Mind sind Neujahrsvorsätze nicht nur schlecht für die eigene Motivation und das Selbstbewusstsein, sondern vor allem für die psychische Stabilität. Neujahrsvorsätze würden sich demnach auf negative Aspekte im Leben konzentrieren wie Übergewicht oder Schuldgefühle, weil man zu wenig mit seiner Familie mache. Daraus entstehe ein negatives Selbstbild, das demotivierend wirke und sogar zu leichten Depressionen führen könne. Die Gesundheitsorganisation schlägt vor, man solle unrealistische Zielsetzungen vermeiden, sondern stattdessen allgemein bewusster leben und optimistisch ins neue Jahr starten.

Ein weiterer Faktor, an dem gut gemeinte Neujahrsvorsätze scheitern, ist die Zeit, denn im stressigen Alltag entgeht einem oft, welchen Luxus Zeit eigentlich bedeutet. Entsprechend sollte man versuchen, sich auch in stressigen Lebensphasen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, und sich stattdessen in den fünf täglichen Gelassenheits-Ritualen von Viversum üben.

Persönliche Bilanz ziehen
Anstatt das neue Jahr mit einem negativen Selbstbild zu beginnen, sollte man lieber auf das vergangene zurückblicken und sich vor Augen führen, was man alles erlebt hat. Da die meisten schon während des Jahres viel über den Beruf grübeln, sollten dabei eher Beziehungen und Freundschaften im Vordergrund stehen. Um beispielsweise den Vorsatz „Mehr Zeit mit Freunden verbringen“ einzuhalten, sollte man sich eine konkrete Unternehmung vornehmen, denn die lässt sich planen. Letztendlich geht es weniger darum, eine Pflicht zu erfüllen, sondern das Positive im Leben wertzuschätzen. Dann gelingt auch der Start ins Jahr 2018.


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