Der Sieger bei der Castingshow " Deutschland sucht den Superstar":  Luca Hänni aus Uetendorf (Schweiz) Foto: Henning Kaiser
Der Sieger bei der Castingshow " Deutschland sucht den Superstar": Luca Hänni aus Uetendorf (Schweiz) Foto: Henning Kaiser

Der Sieger bei der Castingshow " Deutschland sucht den Superstar": Luca Hänni aus Uetendorf (Schweiz) Foto: Henning Kaiser

dpa

Der Sieger bei der Castingshow " Deutschland sucht den Superstar": Luca Hänni aus Uetendorf (Schweiz) Foto: Henning Kaiser

Köln (dpa) - Er verließ die Schweiz als Maurerlehrling und kommt als «Superstar» zurück: Luca Hänni (17) aus dem schweizerischen Uetendorf hat am Samstagabend die neunte Staffel der RTL-Show «Deutschland sucht den Superstar» gewonnen.

Dicke Tränen kullerten bei der Ergebnisverkündung über seine Wangen und bei seiner Finalperformance des Bohlen-Stampfers «Don't Think About Me» vergaß Luca im goldenen Konfettiregen sogar den Text - vor Freude. «Ich war so hin und weg von der Entscheidung», sagt Luca am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Neben einem Plattenvertrag erhält der Schmuse-Schweizer eine Prämie von 500 000 Euro. Das Geld soll nach den Wünschen des 17-Jährigen auf sein Schweizer Konto wandern. Luca ist fast schon zu vernünftig für einen echten Popstar. «Ich weiß nicht wirklich, was ich mit dem Geld machen soll.» RTL legte noch ein Auto inklusive Führerschein obendrauf.

Starthilfe erhält Luca von «DSDS»-Übervater Dieter Bohlen (58), der ihm den poppigen Siegersong «Don't Think About Me» verpasst hat. «Deine Stärke ist Gefühle», lobte ihn auch Slapstick-Juror Bruce Darnell mit falscher Grammatik.

Für den Kölner Privatsender RTL lief es am Samstag weniger gut, denn noch nie haben so wenige Menschen ein «DSDS»-Finale verfolgt. Im Schnitt schalteten nur 4,71 Millionen Zuschauer (18,1 Prozent Marktanteil) die entscheidende Sendung der Castingshow ein. In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen erzielte der Kölner Privatsender immerhin 28,3 Prozent Marktanteil.

Vielleicht liegen die miesen Quoten auch daran, dass die Show in diesem Jahr ohne große Skandale auskam. «DSDS» als ein Ort für Fairness und Freundschaft. Das ist neu. Am Ende der Finalshow schloss Luca seinen Konkurrenten Daniele Negroni (16) aus Regensburg in die Arme. Auch bei Daniele flossen Tränen - bittere Tränen der Enttäuschung.

Unterschiedlicher hätten die beiden Finalisten nicht sein können: Daniele frech und mit Reibeisenstimme, Luca süß und mit stimmlichen Schluchzern. «Du hast diese Seufzer-Stimme», sagte Dieter Bohlen zu dem kleinen Schweizer. «Wenn du auf der Titanic gesungen hättest, wären die Eisberge geschmolzen.»

Luca wippte in Köln zu den Songs «The A Team» von Ed Sheeran und «Allein Allein» von der Band Polarkreis 18 über die Bühne, erntete Lob und viel Applaus.

Doch auch Daniele konnte mit seinen Interpretationen von «Forgive Forget» (Caligola) und «Dance With Somebody» (Mando Diao) punkten. Dazu brannte RTL alles an Feuerwerk ab, was an diesem Abend aufzutreiben war. Wild zuckten die Laser über die Bühne, es gab Kunstnebel, Glitzerregen, Feuerfontänen und tanzende Roboter. So opulent wie in diesem Jahr wurden die Auftritte der Pop-Sternchen noch nie in Szene gesetzt.

Schon beim Casting hatte RTL den kleinen Luca zum «Bravo»-Boy ausgerufen. Tatsächlich schaffte es der Spross einer Patchworkfamilie während der Staffel viermal auf das Cover der Jugendzeitschrift.

Der Schweizer erhielt in Köln Unterstützung von einer ganzen Busladung Fans. Seine Heimatgemeinde im Kanton Bern verlegte das Public Viewing der RTL-Liveshow von einer kleinen Turnhalle in eine 1000 Personen fassende Mehrzweckhalle. Dort wurden unter anderem vom Dorfmetzger kreierte Luca-Burger mit einem «L» aus Speck serviert.

Auf den kleinen Schweizer wartet nun eine anstrengende Woche: Am Montag wird in Dänemark ein Video gedreht, am Dienstag und am Donnerstag nimmt Luca mit Dieter Bohlen in Tötensen bei Hamburg sein Album auf, am Mittwoch tritt er in der Tanzshow «Let's Dance» auf und dann ist er noch bei «DSDS Kids» (5.5.) und im ZDF-Fernsehgarten (6.5.) zu Gast.

Angst davor, dass der Ruhm schnell verblassen könnte, hat der «DSDS»-Sieger 2012 nicht: «Ich will richtig Gas geben. Angst vor dem Vergessenwerden habe ich nicht. Jetzt geht es erst los.»

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