Royale Hochzeit
Nur noch wenige Tage bis zur großen Hochzeit in Großbritannien: Die Regent Street im Zentrum der britischen Hauptstadt ist schon mit Flaggen geschmückt. Foto: Stefan Rousseau

Nur noch wenige Tage bis zur großen Hochzeit in Großbritannien: Die Regent Street im Zentrum der britischen Hauptstadt ist schon mit Flaggen geschmückt. Foto: Stefan Rousseau

dpa

Nur noch wenige Tage bis zur großen Hochzeit in Großbritannien: Die Regent Street im Zentrum der britischen Hauptstadt ist schon mit Flaggen geschmückt. Foto: Stefan Rousseau

Los Angeles/Mexiko-Stadt (dpa) - Thomas Markle schien seine Hausaufgaben gemacht zu haben. Der Vater von Meghan Markle wurde schon Anfang April im mexikanischen Badeort Rosarito fotografiert, als er einen Bildband über die schönsten Landschaften und Bauwerke Großbritanniens studierte.

Bereits auf einer der ersten Seiten von «Images of Britain» ist Windsor Castle abgebildet, wo seine Tochter Prinz Harry nächsten Samstag das Jawort geben will. Boulevardmedien lästerten später, die Schnappschüsse seien mit Einverständnis des Brautvaters gestellt worden.

Der Vater selbst wurde schließlich vom Promiportal «TMZ» zitiert: Demnach räumte er ein, mit Fotografen zusammengearbeitet zu haben, um vor der Hochzeit eine Reihe Bilder zu stellen. Er sei zuvor über Paparazzi-Schnappschüsse verärgert gewesen, die ihn in ein schlechtes Licht gerückt hätten. Doch nun bedaure er seine Absprache mit den Fotografen. Jedenfalls sollte Thomas Markle seine Tochter zum Altar der St.-Georgs-Kapelle in Windsor führen. Doch wenige Tage vor der Hochzeit war das plötzlich unklar, denn Thomas Markle sagte TMZ wohl auch, dass er nicht kommen werde, um seine Tochter oder die königliche Familie nach dem Foto-Skandal nicht in Verlegenheit zu bringen, außerdem habe er Herzprobleme.

Meghans Mutter wird aber erwartet und soll zum Kennenlernen mit den Royals samt Queen Elizabeth II. in den kommenden Tagen aus Kalifornien anreisen.

Markles Familiengeschichte führt nach Los Angeles. Dort studierte ihre Mutter Doria Ragland an der University of Southern California soziale Arbeit und arbeitete auch als Yogalehrerin und Visagistin. Thomas Markle, den aus Pennsylvania stammenden Kameramann und Oberbeleuchter für TV-Produktionen, lernte sie am Set zur Krankenhausserie «General Hospital» kennen. Er arbeitete auch bei der Serie «Eine schrecklich nette Familie» mit und gewann einen Emmy.

Die 1979 geschlossene Ehe der beiden hielt nicht lang - sie ließen sich scheiden, als Meghan sechs Jahre alt war. Der Vater hielt offenbar immer den Kontakt zum einzigen gemeinsamen Kind, auch wenn das Verhältnis mitunter angespannt gewesen sein soll. Kurz bevor sich Harry und Meghan 2016 bei einem Blind Date kennenlernten, gratulierte die Schauspielerin ihm auf Instagram zum Vatertag. «Bis zum heutigen Tag sind deine Umarmungen die besten der Welt. Ich liebe dich», schrieb sie zu einem alten Foto. Über manche Tiefpunkte von früher dürfte sie heute auch um der Harmonie willen hinwegsehen.

Das Verhältnis zur Mutter, die sich alleinerziehend um Meghan kümmerte, schien dagegen stets eng. «Wir haben so viel Spaß zusammen und trotzdem spendet ihre Unterstützung mir so viel Trost», schrieb Markle 2017 im «Glamour»-Magazin. Das Verhältnis sei mit dem zu einer «besten Freundin» zu vergleichen. Markle blickt zu ihr auf, 2014 beschrieb sie ihre Mutter als einen «Freigeist» mit Dreadlocks und Nasen-Piercing. Ragland nennt ihr einziges Kind liebevoll «flower» - «Blume», schreibt das Magazin «Town & Country».

Im März flog Markle Berichten zufolge nach Kalifornien, um die Hochzeitspläne mit ihrer Mutter zu besprechen. Die hat auch bereits den Segen vom künftigen Schwiegersohn: «Ihre Mum ist großartig!», sagte Harry über Ragland, die er schon mehrfach getroffen hat. Trotz des ganzen Hochzeits-Wirbels arbeitet sie weiter als Beraterin für Drogenabhängige im Raum Los Angeles.

Wenig bis keinen Kontakt hat Meghan Markle der britischen Presse zufolge zu ihren zwei Halbgeschwistern aus der ersten Ehe ihres Vaters. Für Halbbruder Thomas Markle junior ist das aber längst kein Grund, ihn vom großen Fest auszuschließen. Der britischen «Daily Mail» sagte er: «Ich gehöre zur Familie, zerstritten oder nicht.» Er lebt mit Frau und zwei Kindern im US-Westküstenstaat Oregon und arbeitet als Fenster-Monteur. Seine Halbschwester sah er das letzte Mal 2011 bei der Beerdigung der gemeinsamen Großmutter Doris.

Als belastet bis schwierig gilt auch das Verhältnis zu Halbschwester Samantha Markle, die auch als Samantha Grant bekannt ist. Sie lebt in Florida und versuchte sich wie ihre Schwester als Schauspielerin und auch als Drehbuchautorin, allerdings mit weniger Erfolg. Das letzte Wiedersehen der beiden soll zehn Jahre her sein. Auf eine Einladung zu den Feierlichkeiten wartet auch sie seit Wochen vergebens.

Das hält die 17 Jahre ältere Halbschwester nicht davon ab, die berühmteste der Markles öffentlich anzugreifen - vor allem dafür, ihre Familie im royalen Rausch vernachlässigt zu haben. «Was sie an einem Wochenende ausgeben könnte, würde Dad sehr helfen, das sollte Priorität haben», sagt Samantha. Thomas Markle, der zurückgezogen in Rosarito an der mexikanischen Pazifikküste lebt, hatte Markle-Biograf Andrew Morton zufolge in den USA 750 000 Dollar im Lotto gewonnen, laut britischen Medien inzwischen aber seinen Bankrott erklärt.

Als «Alptraum im wirklichen Leben» betitelt die Zeitschrift «Cosmopolitan» die kritikfreudige Halbschwester. Neuen Zunder dürfte im Klatsch über deren Beziehung auch das Buch bieten, das Samantha Markle derzeit plant. Titel: «The Diary of Princess Pushy's Sister», auf Deutsch etwa: «Tagebuch der Schwester von Prinzessin Aufdringlich».

Auch Halbbruder Thomas schien zuletzt noch einmal Dampf ablassen zu wollen. «Dies ist der größte Fehler in der Geschichte königlicher Hochzeiten», schrieb er handschriftlich in einem vom Magazin «In Touch» veröffentlichten Brief an Prinz Harry. Meghan Markle sei eine «abgestumpfte, oberflächliche, eingebildete Frau, die dich und das königliche Familienerbe lächerlich» machen werde. Und: Sie sei «ganz eindeutig nicht die richtige Frau». Man darf zweifeln, ob der Bräutigam sich von diesen Zeilen noch umstimmen lässt.

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