Der frühere Sänger von Modern Talking darf bestimmte Dinge über seine Ex-Frau Nora Balling nicht mehr behaupten.

Urteil
Nora Balling hinter Thomas Anders’ Buch.

Nora Balling hinter Thomas Anders’ Buch.

Thomas Anders neben Nora Balling (1987).

dpa, Bild 1 von 2

Nora Balling hinter Thomas Anders’ Buch.

Koblenz. Fernduell eines einstigen Glamour-Paares: Während Thomas Anders am Nachmittag eine Autogrammstunde in Dortmund hielt, errang seine Ex-Frau Nora gestern Mittag einen juristischen Teilsieg am Landgericht Koblenz. Die Richter gaben ihrem Antrag auf einstweilige Verfügung statt. Damit muss sich Anders mit bestimmten Aussagen zu seiner ehemaligen Ehefrau in seiner Autobiografie zurückhalten, sonst droht ihm ein Ordnungsgeld von 100 000 Euro. Zu Ende sein dürfte der Streit aber nicht. Anders’ Anwälte kündigten bereits an, Rechtsmittel einzulegen.

Aus dem Wiedersehen der beiden wurde nichts, Anders hatte zu tun

Eigentlich hatte es im Saal 136 des Koblenzer Landgerichts zu einem Wiedersehen der Ex-Eheleute kommen sollen. Das Gericht hatte für die Verhandlung die Anwesenheit der beiden angeordnet. Während Nora mit ihren Anwälten erschien – sichtlich angespannt in einem dunkelblauen Rollkragenpullover –, war von Anders nichts zu sehen.

Letztlich dauerte das Ganze eine halbe Stunde. „Wir sind von einigen Ausnahmen abgesehen der Auffassung, dass der Anspruch auf Unterlassung begründet ist“, sagte Landgerichtspräsident Hans-Josef Graefen. Bei den Ausnahmen handelt es sich um Aussagen über die Eifersucht von Nora. Diese sei in den Medien bereits thematisiert worden. Ansonsten hatte Anders seiner Ex-Frau unter anderem Verschwendungssucht vorgeworfen.

Nachmittags las Anders aus seinem Buch – aber nichts über seine Exfrau

Während Nora mittags den Worten der Richter zumeist regungslos lauschte, gab Anders am Nachmittag in einer Dortmunder Buchhandlung Autogramme und las Passagen aus seiner Autobiografie vor – allerdings nichts zum Thema Nora. Zum Prozess selbst äußerte er sich nicht.

Was das Urteil konkret bedeutet, ist nach Angaben des Gerichts offen. „Fragen zur praktischen Abwicklung können wir nicht klären“, hieß es. „Das war auch nicht Gegenstand dieses Rechtsstreits“, sagte Sprecherin Ingrid Metzger.

Juli 2011 Ein Sachbearbeiter, der seinen Büro-Alltag zu einem satirischen Roman verarbeitet hat, darf seinen Job behalten. Die Richter sehen in „Wer die Hölle fürchtet, kennt das Büro nicht“ eine Fiktion. Auch wenn Einzelheiten auf Kollegen hindeuteten, seien diese nicht zu identifizieren. Es gelte die Kunstfreiheit.

 

November 2009 Im Streit um den verbotenen Roman „Esra“ von Maxim Biller schützt die Kunstfreiheit den Autor vor Entschädigungszahlungen. Eine Frau hatte sich in der Hauptfigur wiedererkannt und fühlte sich in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt.

 

Februar 2008 Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass und der Biograf Michael Jürgs einigen sich außergerichtlich. Damit wird die Unterlassungsklage von Grass hinfällig. Streit hatte es um eine Passage gegeben, die sich mit Grass’ Eintritt in die SS befasst.

 

Oktober 2005 Mit einem Vergleich endet die juristische Schlammschlacht zwischen Dieter Bohlen und seinem früheren Modern-Talking-Partner Thomas Anders. Dieser sah sich durch Passagen in Bohlens Buch „Hinter den Kulissen“ verleumdet.
 

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