Wer möchte, kann sich auf der Messe auch den US-Popstar Justin Bieber ins Bett holen - als Bettwäsche.
Wer möchte, kann sich auf der Messe auch den US-Popstar Justin Bieber ins Bett holen - als Bettwäsche.

Wer möchte, kann sich auf der Messe auch den US-Popstar Justin Bieber ins Bett holen - als Bettwäsche.

Der Münchener Designer Markus Benesch lässt den psychedelisch anmutenden Wandschmuck im Digitaldruck herstellen.

Auf der Konsumgütermesse Heimtextil gibt es unter anderem bunte Tapeten in 3D-Optik, die die Räume größer erscheinen lassen.

dpa, Bild 1 von 3

Wer möchte, kann sich auf der Messe auch den US-Popstar Justin Bieber ins Bett holen - als Bettwäsche.

Frankfurt/Main (dpa) - Der Designtrend des Jahres 2011 ist auf der Konsumgütermesse Heimtextil deutlich zu sehen: Neue Öko-Produkte wie Stoffe aus Baumrinden, teure und besonders haltbare Bettwäsche oder auch Tapeten, die die Räume größer erscheinen lassen als sie sind.

Die Weltleitmesse für Heimtextilien in Frankfurt (12. bis 15. Januar) steht ganz im Zeichen der Ökologie. Die Wirtschaftskrise hat nach Einschätzung von Designern auch das Empfinden vieler Bürger verändert - nach unruhigen Zeiten setzen Kunden auf Qualität und Langlebigkeit.

Verbraucher strebten zu einem nachhaltigen Lebensstil, der mit der Natur vereinbar ist, erklärten die Londoner Trendforscher vom Büro «The Future Laboratory», das für die Messe ein eigenes Trendbuch ausgearbeitet hat. Tradition und Langlebigkeit sowie Sinnlichkeit seien mehr gefragt denn je.

Beispiel Stoffe aus Baumrinden: Das ist keine Erfindung aus dem 21. Jahrhundert, sondern ein in Uganda seit langem verbreiteter Herstellungsprozess. Die Unesco hat ihn sogar zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt. Der 43 Jahre alte Oliver Heintz vertreibt die Handarbeit aus Afrika über seine Firma Bark Cloth an Designer aus aller Welt - als Stoff für Stühle, Sessel bis hin zum Autolenkrad.

«Die Kunden wollen genau wissen, woher das Material kommt und wie es verarbeitet wurde», sagt Heintze. «Sie bauen eine eigene Beziehung zu dem Produkt auf, es geht nicht ausschließlich um das Design.» Die meisten der mit seinem Rinden-Vlies bespannten Stühle haben kleine Fehler, die in Handarbeit ausgebessert wurden. Heintze weist seine Kunden extra auf die kleine Makel hin. «Sie sind der Beweis, dass es sich um Handarbeit handelt - meine Kunden wollen Produkte, die eine Geschichte erzählen können.»

Auch die Verantwortlichen der größten Messe für Heimtextilien setzen auf Nachhaltigkeit. Zum ersten Mal gibt die Heimtextil ein Verzeichnis von Ausstellern heraus, deren Angebot sich durch ökologische Produkte oder eine nachhaltige Herstellungsweise auszeichnet. «Damit sorgen wir für mehr Transparenz am Markt und bieten der Branche eine wertvolle Orientierungshilfe», sagte der Leiter Textilmessen, Olaf Schmidt. Trendscouts sprechen hier von «wilderness» (Wildnis) und «sobriety» (Besonnenheit) als die Trends für das kommende Jahr.

Einen anderen ökologischen Ansatz hat Markus Benesch vom Münchener Design-Büro «Curious Boy». Statt immer größere Räume zu bauen, setzt der 41-Jährige auf neue 3-D-Tapeten. «Räume größer machen» ist das Ziel seiner aufwendigen Digitaldrucke, wie er sagt. Dabei ginge es aber nicht nur um Tapeten für die Wand, sondern auch um Möbelstücke, die mit seinen Entwürfen «die Raumerfahrung verändern». Auch seine eigene Wohnung sei mit den etwas psychedelisch anmutenden Tapeten ausgestattet, «aber es ist schon etwas für Clubs und Hotels», schmunzelt der Wahl-Mailänder.

Mehr um Funktion als um Design geht es der Firma Smartfiber. Das Unternehmen aus Thüringen verwebt dünne Silber-Streifen in Bettwäsche oder auch Unterhosen, die Ionen freisetzen. Das soll antibakteriell wirken und unangenehme Gerüche verhindern. Auch eine Form von Nachhaltigkeit, wie ein Mitarbeiter der Firma meint.

Auf der Heimtextil zeigen in diesem Jahr mehr als 2600 Aussteller die neuen Trends. Mehr als 70 000 Fachbesucher werden erwartet.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer