Online-Shop für Handgemachtes
Handgemachte Geschenke liegen in diesem Jahr im Trend. Online-Shops wie «Etsy» erleben dadurch einen Boom.

Handgemachte Geschenke liegen in diesem Jahr im Trend. Online-Shops wie «Etsy» erleben dadurch einen Boom.

etsy.com/dpa

Handgemachte Geschenke liegen in diesem Jahr im Trend. Online-Shops wie «Etsy» erleben dadurch einen Boom.

Essen (dpa) - Selbst gemacht - ja, selber machen - nein: Online-Marktplätze für Handgebasteltes erleben zu diesem Weihnachtsfest einen Boom wie nie zuvor. Die Menschen wollen Persönliches an ihre Liebsten verschenken, sagen Trendforscher - nur fehlt ihnen dafür die Zeit.

Ganz vorne auf der Beliebtheitsskala: Filzpantoffeln. Auf dem linken steht «Haus», rechts «Herr». Fünf positive Bewertungssterne hat Käuferin «Arim88» der Online-Anbieterin «TapfereSchneiderin» dafür gegeben. «Voll toll», schreibt sie als Kommentar dazu. «Puschen kamen schnell und ich find sie total super. Mein Freund wird sich freuen.»

Die Filzpantoffeln dürften sich unter so manchem deutschen Christbaum finden. Sie seien der Renner im Weihnachtsgeschäft gewesen, sagt Claudia Helming, Geschäftsführerin von Dawanda, einem 2006 in Berlin gegründeteten Online-Marktplatz für handgefertigte Produkte. «Auch individueller Schmuck lief gut, zum Beispiel Halsketten aus Silber mit einem Namen oder einem Spruch.»

Etwa jeder dritte Bundesbürger kauft nach Angaben des Fachverbandes Bitkom seine Weihnachtsgeschenke online. Bei Dawanda gingen in der Vorweihnachtszeit bis zu 30 000 Bestellungen pro Tag ein - mehr als doppelt so viele wie noch 2009. Auch andere Onlineplattformen für Handgemachtes wie «VonDir», «Livemaster», «KunstVonUns», «Hello Handmade» oder der amerikanische Marktführer «Etsy» boomen vor Weihnachten. «Ich verkaufe 30 Prozent der Ware vor Weihnachten», sagt Sophie Pester, Gründerin von «Hello Handmade», die auch unter ihrer eigenen Marke «Jodii» Selbstgemachtes verkauft.

«Die Menschen wollen mit ihren Weihnachtsgeschenken zeigen, dass ihnen die beschenkte Person etwas bedeutet», sagt Helming. «Weil es ihnen aber oft an Zeit und manchmal auch an Talent fehlt, zeigen sie mit individuellen und personalisierten Geschenken, dass sie sich Gedanken gemacht haben.» Zeit sei schließlich Luxus heutzutage, sagt auch Sophie Pester von «Hello Handmade». «Und dann noch vor Weihnachten!»

Hauptsache selbst gemacht - aber nicht unbedingt vom Schenker, diesen Trend beobachtet auch Peter Wippermann, Kommunikationsdesigner an der Essener Folkwang Universität der Künste. «Zeit zu haben ist das Kostbarste überhaupt, deswegen wollen die Menschen Zeit schenken - dafür haben sie aber wiederum keine Zeit. Deswegen gucken sie sich Objekte aus, für die ihnen andere Leute ihre Zeit zur Verfügung stellen.»

Wer jetzt noch Selbstgebasteltes verschenken will, der müsse sich allerdings wirklich selber an Schere, Klebstoff und Papier wagen, sagt Dawanda-Geschäftsführerin Helming. «So kurzfristig können wir nicht mehr garantieren, dass unsere Lieferungen pünktlich ankommen.»

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer