Sommer-Make-up 2011
Mach mal blau: Türkis- und Petroltöne um die Augen verleihen einen fröhlichen Look.

Mach mal blau: Türkis- und Petroltöne um die Augen verleihen einen fröhlichen Look.

Ein zarter Look für den Frühling: Weiches Make-up in Pastellfarben ist einer der kommenden Trends.

Blaue Augen als Hingucker: Viel auffällige Farbe ist ein Trend für das Sommer-Make-up 2011.

Sexy Farbe: Im Frühling und Sommer trägt man aufreizend geschminkte Lippen.

Beauty is Life/dpa/tmn, Bild 1 von 4

Mach mal blau: Türkis- und Petroltöne um die Augen verleihen einen fröhlichen Look.

Berlin (dpa/tmn) - Frauen wirken in diesem Frühjahr und Sommer garantiert nicht blass. Denn die neuen Make-up-Farben sind kunterbunt und schockierend kräftig. Wer auf Farbe lieber verzichten mag, geht einfach nackt - mit einem Hauch Rouge auf den Wangen.

Es gibt einige Dinge, die will man eigentlich nicht sehen: Farben wie Neonpink, Quietschgelb oder Leuchtblau, die den Augen wehtun. Oder wenn jemand nackt über die Straße geht. Das Make-up im Frühling und Sommer 2011 beweist aber, dass genau das doch gut aussehen kann - allerdings im Gesicht.

Als «Pop-Classic» - eine Hommage an die bunten 80er und 90er Jahre - bezeichnet MAC einen der Trends dieser Saison, und Maybelline Jade setzt auf «dramatische» Töne wie «Green Drama» oder «Blue Drama.» Die Models der Unternehmens tragen dick in leuchtend blau oder grün umrahmte Augen oder Smokey-Eyes in Gelb. Auch Beatrix Isabel Lied, Visagistin mit dem eigenen Label «Beauty is Life», empfiehlt Türkis- und Petroltöne für die Augen. Der Make-up-Artist Boris Entrup rät zu Lila.

Diese Farb-Explosion im Gesicht ist inspiriert von der Mode: Die Designer mixen aktuell Blau, Gelb, Lila und Orange miteinander. Dass etwas nicht zusammenpasst, gibt es nicht. Im Gesicht gibt es nur eine Einschränkung: «Die sorgfältige Abwägung der Textur des Produktes und der Anordnung beim Gebrauch solcher aussagekräftigen Farben ist absolut entscheidend - oder der Look kann schnell zu dramatisch wirken», sagt Lyne Desnoyers, Senior Make-up-Artist bei MAC.

Aufgetragen wird zunächst ein sehr starker Kajal - bis zu einem halben Zentimeter dick am Lidrand, erläutert Entrup. Danach komme türkis, hellblauer oder lila Lidschatten in einer kräftigen Schicht dazu. «Das funktioniert am besten, wenn ich den Lidschatten auftupfe», sagt Entrup, der auch für Maybelline Jade tätig ist. Lancôme etwa nutzt noch Weiß oder helles Grau in den Lid-Innenseiten.

Bei so viel Farbe ums Auge werden die Wangen nur in einem dezenten Pfirsich und die Lippen mit einem Gloss in Rosé oder Koralle geschminkt. «Der Look ist nicht von schlechten Eltern», urteilt Entrup. Alltagstauglich werde dieses Make-up, wenn der Kajal dünner und der Lidschatten etwas leichter aufgetragen wird.

Wer beim Blick in den Spiegel das Gefühl hat, in den Farbtopf gefallen zu sein, kann auch zu einem dezenteren, aber sehr sexy Look greifen: Lippen in Orangetönen und vor allem in einem satten Rot. Bobby Brown bietet Farben mit Namen wie «Rosenblüte» und «Süßer Nektar», Estée Lauders Kollektion «Wild Violet» hat Nuancen in Koralle, Pink, Fuchsia und Tomatenrot.

Sollen die Lippen so stark geschminkt werden, müssen diese zuerst angemalt werden, rät Tom Pecheux, Creative Make-up-Direktor von Estée Lauder. Danach trage man das Augen-Make-up automatisch nicht zu stark auf. «Vor dem Auftragen des Lippenstiftes immer einen Aufheller um die Lippen herum verwenden, der heller ist als der eigene Hautton», rät Pecheux. Anschließend die Lippen mit einem Liner im Ton des Lippenstiftes umranden und damit ausmalen. Darauf folgt der Lippenstift. Die Augen werden mit Mokka- und Violetttönen betont.

Fast kindlich-verspielt und jugendlich wirkt die Abwandlung der sogenannten Bonbon-Lippen in dickem Pink von Astor und Rimmel London oder in glänzendem Rosa von Maybelline Jade. Die Augen werden dazu mit Rosé-Tönen weich geschminkt. Clarins bietet etwa für diesen Look eigenen Angaben zufolge die «Palette eines Aquarellmalers» an.

Immer noch zu viel? Kein Problem, denn diesen Sommer geht man auch nackt. Der sogenannte Nude-Look aus dem Winter bleibt im Sommer 2011 als vierter Schmink-Tipp der Experten erhalten. Aber statt der unauffälligen Beige- und Rosé-Töne werden nun Kamel- und Sand-Farben verwendet. Die Naturtöne werden ebenfalls zu Smokey-Eyes aufgetragen - den Lidschatten also etwas breiter auftragen und in Richtung Schläfe auslaufen lassen.

Der natürlichste der aktuellen Make-up-Trends lässt seine Trägerinnen praktisch ungeschminkt aussehen, zaubert aber einen frischen Teint. «Der Nude-Look wirkt wie ein Weichzeichner und kann ein paar Jahre wegschmeicheln, wenn man einige Tricks beachtet», sagt Peter Schmidinger, der Beautyexperte des VKE-Kosmetikverbandes in Berlin. Allerdings ist dazu ein perfekt wirkender Teint Pflicht. Laut den Experten wird dieser mit Foundation und Concealer geschminkt, dazu kommt etwas Rouge in Pfirsich auf die Wangen.

«Für ein aufregendes Abend-Make-up tragen Sie einfach einen Glow auf die in Pfirsichfarben geschminkten Lider oder den hellbeige geschminkten Mund - so erzeugen Sie Lichtreflexe und lassen den Nude-Look stylish glänzen», rät Schmidinger.

Dieser Hauch von Nichts im Gesicht taugt für quasi alle Anlässe, sagt Boris Entrup: «Der Look ist prima auf dem Laufsteg, er ist prima beim Ausgehen und natürlich im Büro.» Denn die Farben Kamel, Sand und Kaschmir wirken seinen Angaben zufolge in jedem Licht gleich - und lassen seine Trägerinnen nicht einmal im fiesen Halogenlicht im Büro, in Hallen oder gar der Umkleidekabine blass aussehen.

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