«Bützen» erlaubt
An Karneval ist «Bützen» erlaubt: Die unschuldigen Küsschen sind völlig unverbindlich. Foto: Barbara Sax

An Karneval ist «Bützen» erlaubt: Die unschuldigen Küsschen sind völlig unverbindlich. Foto: Barbara Sax

Hier fliegen sie, die «Kamelle!» - Ursprünglich handelte es sich um Karamellbonbons. Heute erwarten die Karnevalisten Schokolade oder Blumen. Foto: Oliver Berg

Funkemariechen erfreuen die Karnevalisten mit ihren Tanzkünsten - und mit ihren knappen Röckchen. Foto: Roland Weihrauch

Muss dran glauben: Der Nubbel wird traditionell in der Nacht zu Aschermittwoch in Köln verbrannt - als Strafe für die Karnevalssünden. Foto: Rolf Vennenbernd

Die Düsseldorfer wiederum tragen den Hoppeditz zu Grabe - damit er am elften Elften wieder auferstehen kann. Foto: Federico Gambarini

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An Karneval ist «Bützen» erlaubt: Die unschuldigen Küsschen sind völlig unverbindlich. Foto: Barbara Sax

Köln (dpa) - Was will das Narrenvolk wirklich, wenn es «Kamelle!» schreit? Wo kann es gefährlich werden, «Helau» zu rufen? Das kleine Karnevals-ABC gibt fundierte Antworten auf tiefschürfende Fragen.

Alaaf: Ruf der Kölner Karnevalisten. Bedeutet so viel wie «Köln über alles» und gibt damit das Lebensgefühl der Einheimischen wieder

Aschermittwoch: Schluss mit lustig. Die Fastenzeit beginnt

Bütt: Tonnenförmiges Pult, an dem mehr oder weniger lustige Reden geschwungen werden

Bützje: Ein Kuss, der zu nichts verpflichtet

Dreigestirn: Regierendes Kölner Triumvirat aus Prinz, Bauer und Jungfrau. Die Jungfrau ist ein Mann

Elfter Elfter: Am elften Elften um elf Uhr elf beginnt die neue Karnevalssession. Warum genau dann? Weiß man nicht

Fasching: So wird der Karneval vor allem in Bayern bezeichnet. Für Rheinländer exotischer als Karneval in Rio

Funkemariechen: Gardetänzerin im knappen Röckchen

Helau: Befeuernder Begrüßungsruf rheinischer Karnevalisten. Vorsicht: Wird im Kölner Raum sanktioniert

Herrensitzung: Karnevalssitzung für Männer mit Witzen über Frauen

Hoppeditz: Düsseldorfer Narrenfigur. Wird Aschermittwoch zu Grabe getragen, um am elften Elften wiederaufzuerstehen

Jeck: Kölsch für «Narr»

Kamelle: Ursprünglich Karamellbonbons, die aber heute niemand mehr haben will. Das Narrenvolk ruft an Rosenmontag zwar «Kamelle!», erwartet dafür aber mindestens Schokoladentafeln, Pralinen und Blumensträuße

Mainz bleibt Mainz: Alljährliche Wiederkehr der schunkelnden Untoten

Motto: Spaß-Parole für jeweils eine Karnevalssession. Zum Beispiel: «Jeck - we can!» (2010 in Düsseldorf)

Narrhallamarsch: Musikstück der Mainzer Fastnacht

Nubbel: Kölner Strohpuppe, die in der Nacht zu Aschermittwoch verbrannt wird. Büßt stellvertretend für die Karnevalssünden

Rosenmontag: Höhepunkt des Straßenkarnevals mit Umzügen, die gefühlte 24 Stunden im Fernsehen übertragen werden

Session: Es heißt Karnevalssession rpt Session und nicht Saison

Tusch: Zeigt den Teilnehmern einer Karnevalssitzung an, wann sie lachen müssen

Weiberfastnacht: Beginn des Straßenkarnevals. Frauen übernehmen die Macht und schneiden Krawatten ab. Hat nach Meinung einiger Forscher an Bedeutung verloren, weil Frauen sowieso das Sagen haben

Zoch: Wer noch nicht mal weiß, was der Zoch ist, sollte über Karneval wirklich besser an die Nordsee verreisen

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