Pelz feiert ein kleines Comeback - an Kragen, Schuhen und der Mütze. (Foto: Britta Pedersen)
Pelz feiert ein kleines Comeback - an Kragen, Schuhen und der Mütze. (Foto: Britta Pedersen)

Pelz feiert ein kleines Comeback - an Kragen, Schuhen und der Mütze. (Foto: Britta Pedersen)

dpa

Pelz feiert ein kleines Comeback - an Kragen, Schuhen und der Mütze. (Foto: Britta Pedersen)

Köln (dpa) - Pelz feiert ein kleines Comeback. Vor allem junge Leute tragen ihn diesen Winter gerne als Accessoire: an Ohrenschützern, Kapuzen oder Handschuhen. Ein Trend, der Tierschützern Sorgen macht.

«Ich sag' immer: ganz oder gar nicht», erklärt der junge Mann mit dem Dreitagebart und der großen Hornbrille. Er fasst an die Kapuze seines Parkas. «Kunstfell käme für mich deshalb auch nicht infrage. Das hier ist Waschbärpelz. Den hat mir eine Kürschnerin drangenäht.» Neben ihm steht seine Freundin. Auch ihr Kragen ist mit echtem Pelz verziert. «Vom Kaninchen», sagt sie. «Das sieht irgendwie edler aus und ist schön kuschelig warm.»

So wie die beiden tragen viele Leute Pelz an ihren Winterklamotten - an den Schuhen, der Mütze und vor allem der Kapuze. Nicht immer ist er echt - aber immer öfter.

«Echten Pelz sieht man jetzt sogar in den kleineren Städten, nicht nur in den Metropolen», sagt Petra Malinowski von der Modeschule Mönchengladbach. Auch die Zielgruppe habe sich gewandelt: «Früher hat man Pelz ja immer nur mit der älteren, etwas gesetzteren Dame in Verbindung gebracht. Jetzt tragen ihn auch die jüngeren Leute um die 20», sagt die Bekleidungsingenieurin.

«Ein Pelz hält 50, teilweise 100 Jahre. Man kann ihn wunderbar recyceln und in eine ganz neue modische Form bringen», erklärt der Kürschner - also Pelzverarbeiter - Guido Adrian aus Köln. Viele seiner Kunden ließen sich momentan alte Pelze umschneidern, zum Beispiel zu Kragen oder Schals. «Pelz taucht eher an Accessoires auf bei jungen Leuten. Er darf heute nicht mehr schwer und steif sein, sondern er muss lässig und leicht sein. So wie die aktuelle Mode», sagt Adrian.

Und darin wird derzeit so viel Pelz verarbeitet, wie schon lange nicht mehr. Die Rede ist hier nicht nur von Edelmarken wie Gucci oder Prada. Auch beispielsweise Woolrich, Hallhuber und das Jeans-Label LTB verzieren ihre Winterkollektion mit Fuchs, Coyote und Co.

Der Style bei Jacken gehe «ganz klar in Richtung Skandinavien und Richtung Alaska, und da ist Pelz halt gang und gäbe», sagt Ralf Meier, Kreativdirektor bei LTB-Jeans. Das Unternehmen hat zurzeit zwei Parka mit Fuchsfell am Kragen im Programm. Der Bedarf sei einfach vorhanden gewesen, der Handel habe nach Jacken mit Pelz verlangt. «Daran konnten wir nicht vorbeigehen.» Dennoch: Bei künftigen Kollektionen wolle LTB keinen Pelz mehr einsetzen - vor allem aus moralischen Bedenken, wie Meier sagt.

Einer, den diese Entscheidung besonders freuen wird, ist Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes in Bonn. Ihm bereitet die neue Lust am Pelz Sorgen. «Wenn ich mir die Bambi-Verleihung anschaue oder die Goldene Kamera: Dort sehe ich der Reihe nach die Prominenten, die für viele Fans Vorbild sein müssen, mit einer Pelz-Stola oder auch Schuhen, die mit Pelz besetzt sind. Das ist keine Vorbild-Funktion, das ist eine Schande», findet er. Auch wenn es nur ein klitzekleiner Besatz an der Kleidung sei: «Pelz tötet und die Tiere werden in der Haltung schrecklich gequält.»

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