Valérie Trierweiler ist der Gegenentwurf zu Carla Bruni. Die künftige First Lady Frankreichs ist ein Polit-Profi.

Valérie Trierweiler
Valérie Trierweiler hielt ihre Beziehung zu François Hollande lange geheim.

Valérie Trierweiler hielt ihre Beziehung zu François Hollande lange geheim.

Reuters

Valérie Trierweiler hielt ihre Beziehung zu François Hollande lange geheim.

Paris. Die Menschenmasse in Tulle kennt kein Pardon. „Ein Kuss, ein Kuss“, rufen sie auf dem Platz vor der Kathedrale, als Frankreichs künftiger Staatschef François Hollande (57) seine zehn Jahre jüngere Lebensgefährtin Valérie Trierweiler auf die Bühne holt.

Mitten im Siegesrausch sehnen sich seine aufgeregten Anhänger jetzt nach einer kleinen Geste des großen Glücks – und bekommen sie.

Ab jetzt steht die politische Journalistin selbst im Fokus

Die Kuss-Szene im Bischofsstädtchen Tulle, der Hochburg Hollandes, zählt zu den anrührendsten Augenblicken dieser ausgelassenen Siegesnacht.

Und doch wirkt Valérie Trierweiler, die erfahrene Fernsehmoderatorin, ein wenig verkrampft. Die Frau, die in den vergangenen Monaten dezent im Schatten des Polit-Stars blieb, scheint zu begreifen, dass ab jetzt ein neues Kapitel aufgeschlagen wird.

Die, die als politische Journalistin stets andere analysiert hat, steht fortan selbst unter Beobachtung. Sie ist Medienprofi genug, um zu wissen, dass sich in den nächsten fünf Jahren ein Schwarm von Paparazzi an ihre Fersen heften wird, um jeden Tritt in der Öffentlichkeit, erst recht jeden Fehltritt, festzuhalten.

Erst waren nur enge Vertraute in die Beziehung eingeweiht

Valérie Massonneau kommt am 16. Februar 1965 in Angers als fünftes von sechs Kindern zur Welt. Nach der Scheidung von Jugendfreund Franck heiratet sie 1995 den Redakteur und Deutsch-Übersetzer Denis Trierweiler (gesprochen: tri-er-wai-ler). Das Paar bekommt drei Söhne.

1988 wird sie Politikredakteurin bei „Paris Match“. 2007 bis 2011 moderiert sie eine Politiksendung im TV.

Wer ist die künftige „First Lady“ Frankreichs? Als Politikredakteurin bei der Illustrierten „Paris Match“ besteht ihre Aufgabe bereits in den späten Achtzigerjahren darin, über die „Parti Socialiste“ zu berichten. Dem Sozialisten François Hollande läuft sie schon Anfang der Neunzigerjahre über den Weg. Aber erst als dieser 1997 den Parteivorsitz übernimmt, wird aus beruflicher Sympathie tiefe Zuneigung.

Ihre Partner, ihre Kinder, auch beste Freunde sind eingeweiht, trotzdem führen sie nach außen ein Doppelleben. Offiziell ist Hollande mit der Sozialistin Ségolène Royal liiert, mit der er vier Kinder hat.

Erst als Royal 2007 die Präsidentschaftswahl gegen Nicolas Sarkozy verliert, geht diese Beziehung auch offiziell in die Brüche. In der Öffentlichkeit wirkt die künftige „Première Dame“ oft unnahbar. Doch die, die sie privat kennen, beschreiben eine ganz andere Valérie Trierweiler. „Sie ist eine sympathische Frau, klug, hilfsbereit und lebenslustig“, verrät eine Ex-Kollegin.

Ohne Trauschein in den Elysée-Palast

Valérie Trierweiler ist in jedem Fall der Gegenentwurf zu ihrer Vorgängerin, dem Ex-Model Carla Bruni, das Luxus liebte und zuletzt abschätzig als „Bling Bling“-Carla betitelt wurde. Ein Novum bringt Valérie schon jetzt in den Palast: Sie und Hollande sind das erste Präsidentenpaar, das ohne Trauschein in den Elysée einzieht.

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