Uwe Ochsenknecht über wahren Luxus, unbequeme Rennautos und seine Abneigung gegen Schickimicki.

Uwe Ochsenknecht: „Für mich ist es schon Luxus, schön essen zu gehen.“
Uwe Ochsenknecht: „Für mich ist es schon Luxus, schön essen zu gehen.“

Uwe Ochsenknecht: „Für mich ist es schon Luxus, schön essen zu gehen.“

dpa

Uwe Ochsenknecht: „Für mich ist es schon Luxus, schön essen zu gehen.“

WZ: Herr Ochsenknecht, in Ihrem neuen Film geht es um einen fetten Lotteriegewinn und die Folgen. Was würden Sie denn mit ein paar Lotto-Milliönchen machen?

Uwe Ochsenknecht: Auf jeden Fall nicht in Aktien investieren (lacht). Eher schon in Stein und Mauern.

Also Immobilien. Ein schönes Häuschen an der Côte d’Azur vielleicht?

Ochsenknecht: Also, da schon mal gar nicht. Lieber irgendwo, wo ursprüngliche Natur ist. Außerdem würde mir da der Schickimicki-Zirkus gewaltig auf den Geist gehen. Da liegen mir unberührte Landschaften ohne Jubel und Trubel schon mehr.

Ein Ferrari oder eine Yyacht könnten Sie nicht reizen?

Ochsenknecht: Überhaupt nicht, so was brauche ich alles nicht. Ich komme aus einfachen Verhältnissen, und das hat mich geprägt. Für mich ist es schon Luxus, mal kurzfristig in den Urlaub zu fahren oder schön essen zu gehen. Wenn man in solchen Fällen nicht überlegen muss, ob man sich das leisten kann, dann reicht mir das schon.

Jetzt kokettieren Sie.

Ochsenknecht: Nein, überhaupt nicht, ich bin da ganz bescheiden. Sehen Sie: Was soll ich mit einem Ferrari, wo soll ich den denn fahren? Auf der Autobahn mit 120? Außerdem mag ich sowieso keine Rennautos, in denen man mit dem Allerwertesten knapp über dem Boden sitzt und hinterm Steuer eingeklemmt wie eine Ölsardine ist.

Apropos Sardine: Im Film spielen Sie einen fiesen Fischfabrikanten, erst kürzlich haben Sie einen charakterlich fragwürdigen Schuhfabrikanten gespielt. Was reizt Sie an der Rolle des Ausbeuters?

Uwe Ochsenknecht (* 7. Januar 1956 in Biblis) wurde bekannt durch die FIlme "Das Boot" (1981) und "Männer" (1985). Er ist verheiratet mit dem früheren Model Natascha. Sie haben drei Kinder: Wilson Gonzalez, Jimi Blue und Cheyenne Sa-vannah.

In der Komödie "Schade um das schöne Geld" (ZDF, 20.15 Uhr) spielt Ochsenknecht den fiesen Fischfabrikanten Klaas. Der vergnügliche und glänzend besetzte Film (Heike Makatsch, Cosma Shiva Hagen, Armin Rohde) spielt in einem Dorf an der Nordsee. Als die örtliche Tippgemeinschaft im Lotto gewinnt, fängt ein großes Hauen und Stechen an. » siehe Seite Fernsehen

Ochsenknecht: Ach, Fieslinge machen einfach Spaß. Die Guten sind doch langweilig, glattgebügelt, bieten wenig Angriffsfläche. So ein richtig böser Unternehmer hat schon mehr Ecken und Kanten, die mich interessieren. Als nächstes spiele ich übrigens bei Dieter Wedel einen Bauunternehmer (lacht).

Sie haben schon in mehreren Filmen von Lars Becker mitgespielt. Was macht er anders als andere Regisseure?

Ochsenknecht: Becker ist einer, der es immer wieder schafft, trotz verschlechterter Bedingungen Niveau und Qualität abzuliefern. Es ist ja alles nicht einfacher geworden, Sie haben heutzutage weniger Geld und weniger Drehtage für einen Film. Becker schreibt auch die Drehbücher selber und weiß deshalb beim Drehen immer ganz genau, worum es ihm geht. Außerdem arbeitet er fast wie im Theater mit den Schauspielern akribisch an den Rollen - das ist selten heutzutage. Er hat auch selber einen Wahnsinnsspaß beim Drehen, und das überträgt sich natürlich auf die Schauspieler.

Geben Sie dann schauspielerisch dem Affen noch extra Zucker?

Ochsenknecht: Nein, das nicht. Bei Lars Becker haben Sie schon mal einen 13- oder 14-Stunden-Tag, da fällt man abends todmüde ins Bett. Außerdem haben wir an der Nordsee gedreht, und da ist das Wetter auch nicht immer brav. Das war manchmal ganz schön kalt - nicht nur draußen, wir haben ja auch in den Kühlhäusern einer echten Fischfabrik gedreht.

Wie sind Sie mit dem Fischgeruch klargekommen?

Ochsenknecht: Daran gewöhnt man sich, wir haben auch jede Menge Fisch gegessen. Ich ziehe mir in der Beziehung so gut wie alles rein.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer